Rhetorik lernen - ein wichtiger Bildungsauftrag
Rhetorik ist die Fähigkeit, sich auszudrücken und andere verbal von seiner Meinung oder einem Sachverhalt zu überzeugen. Die Ursprünge der Redekunst gehen auf die Parlamentsdebatten im alten Griechenland zurück.
Rhetorik ist eine wichtige Kompetenz für das soziale Miteinander, da es die Fähigkeit umfasst, seine Meinung Anderen so gut wie möglich mitzuteilen. Das beinhaltet neben der richtigen Ausdrucksweise auch eine gute Analyse des Inhaltes der Rede und die richtige Betonung der Worte. Wer sehr eloquent ist, ist meistens auch erfolgreicher im Berufsleben, denn die Fähigkeit der Sprache bildet eine wichtige Kernkompetenz im kollegialen Umgang und auch im Privatleben.
Die Sprachkunst, also die Lehre von der Rhetorik, wurde zum ersten Mal im alten Griechenland entwickelt. Dort existierten die ersten Parlamente der Menschheit, wo wichtige Entscheidungen basisdemokratisch beschlossen wurden. Die Abgeordneten in diesen Parlamenten vertraten eine bestimmte Meinung und mussten diese den anderen Mitgliedern überzeugend vermitteln, um Mehrheiten zu schaffen. Wenn man nicht in der Lage war, gut zu argumentieren, hat man die erforderliche Mehrheit normalerweise nicht bekommen und eine Wiederwahl als Abgeordneter war nicht gesichert. Dabei ist es wichtig, auch Standpunkte zu vertreten, die nicht der eigenen Meinung entsprechen. Gerade für solche Anschauungen glaubhaft und überzeugend zu argumentieren, erfordert eine hohe Sprachfähigkeit, insbesondere dann, wenn die Personen, denen man die Gesichtspunkte vermitteln will, ebenfalls rhetorisch bewandert sind. Diese durchschauen oft die Tricks des Redners und lassen sich nur schwer überzeugen. Deshalb ist eine gute rhetorische Bildung auch wichtig, um die eigenen Standpunkte zu bewahren.
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Schon im alten Griechenland gab es Schulen und Einrichtungen, in denen Rhetorik gelehrt wurde. Diese Einrichtungen gibt es auch heute. An englischen Universitäten und an manchen deutschen Hochschulen und Gymnasien gibt es sogenannte Debattierklubs. In diesen Gemeinschaften übt man das Argumentieren und Reden, auch vor größeren Menschenmengen. Dabei lernt man normalerweise die erweiterten Grundzüge der Redefähigkeit und wie man sein Gegenüber überzeugen kann. Diese Fähigkeiten werden auch regelmäßig überprüft und die Schüler können sich gegenseitig bei diversen Debattierwettbewerben untereinander vergleichen.
Man kann seine Fähigkeit, gut zu argumentieren, auch ohne professionelle Anleitung verbessern. Man muss einfach nur relativ häufig reden und dabei versuchen, die Argumentationskette immer besser zu strukturieren. Eine klare Analyse des Redeinhaltes reicht meistens schon aus, um die normale Redesprache deutlich zu verbessern. Am Anfang kann dies den Redefluss verlangsamen, aber mit der Zeit müsste sich ein Fortschritt einstellen. Man sollte aber darauf achten, nicht immer eine größere Diskussion über jeden Sachverhalt zu eröffnen. Deshalb sollte man diese Übungen nur mit Leuten durchführen, die ebenfalls gut argumentieren können und wollen, um auch vor diverse Engpässe gestellt zu werden. Wenn man schwer zu schlagende Argumente vor sich hat, dann ist es sehr mühselig, diese kleinzureden oder umzumünzen, vor allem wenn dies in kurzer Zeit geschehen und den Redefluss nicht beeinflussen soll. Aber diese Situationen sind eine gute Übung zur Verbesserung der eigenen Rhetorik.
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