Gebärdensprache erlernen: Nicht nur für Gehörlose

Es gibt sie noch nicht - die eine, allumfassende Gebärdensprache. Erlernen kann man die Gebärden, Mimiken und Gesten eines Landes, doch international kann man sich damit nur bedingt verständigen.

 

Gebärdensprachen unterscheiden sich von Nation zu Nation. Und es gibt auch viele regionale Dialekte, wie bei Lautsprachen auch. Das kommt daher, dass sie natürliche Sprachen sind, die sich nach und nach entwickelt haben. Gebärdensprachen sind visuelle Sprachen, die von Mimik, Gestik und Körperhaltung unterstützt werden. Die Wörter dieser Sprache sind die Gebärden, die durch verschiedene Handstellungen und Bewegungen dargestellt werden. Ein augenscheinlicher Unterschied zu Lautsprachen ist die räumliche Dimension der Gebärdensprache. Personen und Orten werden in der Luft Plätze zugewiesen. Diese Raumpunkte werden zum Beispiel auch verwendet, um Bewegungen darzustellen. Zum Buchstabieren von unbekannten Begriffen oder Eigennamen wird das Fingeralphabet verwendet.

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Die Gebärdensprache erlernen, das machen neben Gehörlosen und Schwerhörigen natürlich die Angehörigen von Betroffenen und angehende Gebärdensprachdolmetscher. Diese übersetzen sowohl für Gehörlose als auch hörende Personen. Darüber hinaus gibt es aber auch Gebärdensprachdolmetscher, die eine Gebärdensprache in eine andere Gebärdensprache übersetzen. Besonders auf internationalen Gehörlosenkonferenzen werden diese Leistungen in Anspruch genommen. Doch auch eine internationale Gebärdensprache, die jedoch noch im Entstehen begriffen ist, kommt zunehmend zum Einsatz. Trotz verschiedener Versuche und Ansätze ist es bislang nicht gelungen, Gebärdensprachen für den Alltagsgebrauch in eine sinnvolle schriftliche Form zu bringen.

Die deutsche Gebärdensprache existiert noch nicht in einer standardisierten Form. Vielmehr gibt es eine Reihe von regionalen Dialekten. Auch bei der Grammatik, die sich grundlegend von der der deutschen Lautsprache unterscheidet, gibt es regionale Unterschiede. Die deutsche Gebärdensprache erlernen kann man zum Beispiel in speziellen Kursen an der Abendschule. Des Weiteren gibt es seit einigen Jahren die ersten Studiengänge, die Gebärdensprachdolmetscher auf Hochschulniveau ausbilden. Der Aufwand und Umfang ist ähnlich wie beim Erlernen einer Fremdsprache. Die deutsche Sprachgemeinschaft umfasst heute rund 200.000 gehörlose, schwerhörige und hörende Benutzer.

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