Warum ist eine Kunstfehler-Versicherung sinnvoll?

Kunstfehler ergeben sich im Klinikalltag immer wieder und nicht jeder Fall ist eindeutig aufklärbar. Viele betroffene Patienten sehen sich wegen eines Kunstfehlers mit großen finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert.


Kunstfehler werden auch als Behandlungsfehler bezeichnet. Gemeint ist damit, dass ein Arzt einen Patienten nicht sorgfältig, nicht fachgerecht oder nicht zeitgerecht behandelt hat. Der Fehler muss nicht vom Arzt selbst gemacht worden sein, sondern kann auch auf Handlungen ihm vor- oder nachgeordneter Personen zurückzuführen sein. Der Fehler kann im Krankenhaus passiert sein oder auch bei einem häuslichen Arztbesuch sowie bei einem Unfall. Außerdem muss der Kunstfehler nicht unbedingt das Ergebnis einer falschen Behandlung sein, sondern kann aufgrund einer schlechten Organisation zustande gekommen sein. Ebenso kann auch eine nicht erfolgte Sicherungsaufklärung als ein Kunstfehler angesehen werden. Die Gerichte haben hier also einen großen Spielraum.

Vor einem Kunstfehler fürchten sich nicht nur Patienten, sondern auch die behandelnden Ärzte gleichermaßen. Für die Patienten kann sich die Situation ergeben, dass die Schädigung durch den Kunstfehler so schwerwiegend ist, dass sie ein Leben lang auf Pflege angewiesen sind. Damit sind hohe Kosten für Pflegekräfte verbunden, möglicherweise notwendige Umbauten am Haus erforderlich und vieles anderes. Die Kosten, die sich so über die Jahre anhäufen, können beträchtliche Summen erreichen und sollten auf keinen Fall unterschätzt werden. Leider sind sich viele Patienten, die Opfer eines Kunstfehlers geworden sind, über diese Auswirkungen nicht im Klaren und klagen in der Regel zu kleine Summen ein, mit denen sie die späteren Kosten nicht decken können.

Es ist daher ratsam, sich vor einem Kunstfehlerprozess Rechtsberatung zu verschaffen von Anwälten, die auf das Gebiet der Kunstfehler in der Medizin spezialisiert sind, nach Möglichkeit schon eine große Zahl von Fällen betreut haben und daher auf einen großen Erfahrungsschatz bei der Prozessführung zurückgreifen können. Die Patienten sollten unbedingt versuchen, einer allzu schnellen Einigung mit den Versicherungen aus dem Weg zu gehen. Ein solches Einigungsangebot kann in der Regel nur dann zustande kommen, wenn die Versicherung vor weiteren Verhandlungen zurückschreckt und davon ausgeht, dass bei der Vorlage weiterer Beweise höhere Summen einklagbar werden könnten. Eine wichtige Rolle spielen hier die medizinischen Sachverständigen, die beurteilen müssen, ob es sich tatsächlich um einen Kunstfehler handelt oder nicht.

Es ist nämlich durchaus möglich, dass der Arzt zwar seinen Fähigkeiten entsprechend gehandelt hat, es aber trotzdem zu einer Beeinträchtigung des Patienten gekommen ist. Nicht alle Probleme, die während einer Operation auftauchen können, sind auf Fehler der Chirurgen zurückzuführen. Alle Patienten werden vor den Operationen über die möglichen Risiken des Eingriffs eingehend informiert. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands des Patienten nicht auf die Operation, sondern auf eigenes Verhalten zurückzuführen ist. Die Versicherungen werden daher immer bemüht sein, den Klägern ein solches Fehlverhalten nachzuweisen. Da die Sachverständigen aber nicht in jedem Fall ein eindeutiges Urteil abgeben können, ist es häufig besser, sich gleich zu Verhandlungsbeginn zu einigen.