Krankenversicherung ohne Einkommen: Ein Problemfall
Wie findet man eine Krankenversicherung, ohne Einkommen zu haben? Das Problem betrifft vor allem junge Leute, die aus der Familienversicherung ausscheiden und noch nicht selbst verdienen.
Seit 2007 (dem Zeitpunkt der Gesundheitsreform) ist jeder, der dauerhaft in Deutschland lebt, verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. In den meisten Fällen ist die Sachlage klar: Arbeitnehmer gehören der gesetzlichen Krankenversicherung an, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger werden über das Sozialamt versichert, Beamte und Selbstständige können sich eine private Versicherung suchen oder sich freiwillig in einer gesetzlichen Kasse versichern. Kinder und nicht berufstätige Ehepartner erhalten ihren Versicherungsschutz über die Familienversicherung. Es klingt, als wäre für alle Fälle vorgesorgt. Und dennoch suchen täglich Menschen eine Krankenversicherung, ohne Einkommen zu haben. Dies geschieht vor allem dann, wenn Kinder zu alt für die Familienversicherung werden.
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Die Familienversicherung versichert die Kinder zunächst mit, bis sie 18 Jahre alt werden. Weist man dann nach, dass sie kein eigenes Einkommen haben, kann die Frist bis zum dreiundzwanzigsten, in einigen Fällen sogar bis zum fünfundzwanzigsten Geburtstag verlängert werden (Schulbesuch, Ausbildung, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr). Eine weitere Verlängerung ist darüber hinaus nur noch um Zeiten von Wehr- oder Ersatzdienst möglich. Lediglich behinderte Kinder können dauerhaft familienversichert sein. Das bedeutet, dass ein 25-Jähriger, der noch mitten im Studium ist und über kein Einkommen verfügt, sich selbst freiwillig versichern muss. In diesem Fall muss man sich rechtzeitig von der Krankenkasse beraten lassen, die Kasse, bei der man zuletzt versichert war, ist dazu sogar verpflichtet. Benötigt man also eine Krankenversicherung, ohne Einkommen zu haben, muss man einen schriftlichen Antrag an die Krankenkasse richten. Der Beitrag berechnet sich bei freiwillig Versicherten immer nach der Höhe des Einkommens, ohne eigenes Einkommen ist ein Mindestsatz zu zahlen, der bei etwa 140 Euro im Monat liegt.
Nun könnte man auf den Gedanken kommen, sich nicht zu versichern und somit die hohen Beiträge zu sparen. Das ist nicht ratsam: Für nicht versicherte Monate muss man auch nachträglich die Beiträge zahlen, dazu können hohe Säumniszuschläge kommen.
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