Tipps zum Raufaser tapezieren und anstreichen
Gemessen an den Verkaufszahlen ist die Raufaser in Deutschland einer der beliebtesten Wandbeläge. Gründe dafür sind ihre Robustheit, ihre leichte Verarbeitbarkeit und die geringen Renovierungskosten.
Raufaser lässt sich ohne große Schwierigkeiten tapezieren und bei der Tapetenwahl kann man zwischen feinen, mittleren und groben Körnungsgrad wählen. Die Größen der Rollen sind genormt und betragen in der Länge 10 m und in der Breite 53 cm. Da die Raufaser kein Muster hat, auf das beim Tapezieren achtgegeben werden müsste, lassen sich mit einer Rolle bei einer normalen Raumhöhe von 2,50 m vier Bahnen ziehen. Generell sollte man bei der Berechnung der erforderlichen Tapetenmenge nicht zu knapp kalkulieren, um genügend Material für Muster und Verschnitt zu haben.
Als ersten Arbeitsschritt sollte man den Untergrund, auf dem die Tapete angebracht werden soll, überprüfen. Er sollte trocken, rissfrei, fest und sauber sein. Sind die Wände erst neu verputzt worden, müssen sie erst grundiert werden, bevor die Tapete angebracht werden kann. Leichte Unebenheiten der Wand fallen bei einer stärker strukturierten Tapete weniger auf. Bevor das Tapezieren beginnen kann, müssen außerdem die Verkleidungen der Steckdosen und Lichtschalter entfernt und die Stromzufuhr unterbrochen werden. Nach dem Vermessen der Raumhöhe können die Tapeten mit ca. 10 cm Zugabe von der Rolle abgeschnitten werden. Wenn die Länge auf dem Tapetentisch markiert ist, muss nicht jedes Mal erneut nachgemessen werden. Die Tapeten werden von der Mitte aus eingekleistert, wobei darauf geachtet werden sollte, dass die Ränder sorgfältig bestrichen sind. Danach kann die eingekleisterte Bahn zum Weichen zusammengelegt werden. Die Kanten sollten um nicht auszutrocknen genau übereinanderliegen und die Weichzeit sollte nicht weniger als fünf und nicht mehr als zehn Minuten betragen.
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Für die erste Bahn wird mit einer Wasserwaage eine Bahn an die Wand gezeichnet. Dazu wird die Breite einer Tapetenrolle von einer Innenecke aus abgemessen und die Bahnenlänge mit einem senkrechten Strich markiert. Die erste Bahn sollte exakt entlang dieser Markierung angeklebt werden. Jede erste Bahn auf einer neuen Wand muss auf diese Art und Weise neu ausgelotet werden. Beim Ankleben der Tapeten sollten oben und unten mindestens fünf Zentimeter überstehen, denn je nach Kleisterdicke kann es sein, dass die angebrachte Tapete leicht nach unten rutscht, sodass das Beachten des Überstandes sinnvoll ist. Die Tapete kann nach dem Ankleben mit einer Rolle oder einer Bürste von innen nach außen glatt gestrichen werden, so werden Blasen und Falten herausgearbeitet. Zum Abschneiden der Überstände wird der Scherenrücken in die Ecke gedrückt, sodass sich die genaue Schnittstelle auf die Tapete überträgt. Danach wird wieder ein Stück der Tapete abgezogen und die markierte Stelle abgeschnitten. Ist die Markierung sehr deutlich, kann die Tapete auch entlang eines Spachtels abgerissen werden. Bei schiefen Wänden muss die Tapete in den Ecken eingeschnitten und leicht überlappt werden, um so Trocknungsrisse zu vermeiden. Die nächsten Bahnen werden an der ersten Bahn der jeweiligen Wand orientiert, die Ränder sollten jedoch nicht überlappen.
Erst wenn die Tapete vollständig durchgetrocknet ist, kann sie mit Wandfarben überstrichen werden. Die Trockenzeit ist von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und dem Untergrund abhängig, ein Tag sollte mindestens eingeplant werden. Hat die Tapete eine grobkörnige Struktur, kann sie auch öfter überstrichen werden, da die Körnung auch durch mehrere Schichten hindurch länger sichtbar ist.
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