Lugolsche Lösung bietet viele Anwendungsmöglichkeiten

Eine Iod-Kaliumiodid-Lösung wie die so genannte Lugolsche Lösung ist aus vielen Anwendungsbereichen nicht mehr wegzudenken. In der Mikrobiologie spielt sie eine ebenso große Rolle wie in der Medizin.

 

Elementares Iod in Wasser aufzulösen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen. Viel besser als in Wasser, lässt sich Iod dagegen in Ethanol lösen. Doch diese Möglichkeit steht nicht immer zur Verfügung, da Ethanol nicht nur schnell verdunstet, sondern auch leicht entflammbar ist und damit einen großen Gefahrenherd bildet. Da das Ethanol zudem in bestimmten Fällen zu Nebenreaktionen führt und damit die Ergebnisse verfälschen kann, ist die Lösung von Iod in Wasser, trotz aller Schwierigkeiten, immer noch die beste Alternative. Um die Probleme bei der Lösung von Iod in Wasser zu minimieren, wird in den meisten Fällen Kaliumiodid verwendet. Eine solche Iod-Kaliumiodid-Lösung bezeichnet man als Lugolsche Lösung. Benannt wurde sie nach ihrem Entdecker, einem französischen Arzt, der von 1786 bis 1851 lebte und die Lugolsche Lösung im Jahr 1835 entdeckte. Der lateinische Name der Lösung, die einen sehr charakteristischen Geruch aufweist und einen bräunlich-roten Farbton hat, lautet „Solutio Lugoli“.

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Zur Anwendung kommt die Lugolsche Lösung in vielen Bereichen der Chemie –hier besonders der analytischen Chemie – und der Medizin. So wird die Lösung beispielsweise dazu verwendet, um bestimmte Bakterien anzufärben und sie damit differenzieren zu können. Auch beim Nachweis von Stärke oder zum Nachweis von Alkaloiden kommt sie in der analytischen Chemie zum Einsatz. In der Medizin dagegen wird sie unter anderem bei der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, als Desinfektionsmittel oder als pilzabtötendes Mittel auf den Schleimhäuten verwendet, aber auch in der Pathologie wird sie gebraucht, um einen Nachweis für Alzheimer zu erbringen.

Die Iod-Kaliumiodid-Lösung kann in verschiedenen Konzentrationen hergestellt werden. Für alle Herstellungsverfahren gilt jedoch, dass das Verhältnis zwischen Iod und Kaliumiodid immer 2:1 betragen muss. Zunächst wird dabei das Kaliumiodid in der vorgesehenen Menge Wasser gelöst, danach wird das Iod hinzugegeben. Haben sich alle festen Bestandteile aufgelöst, wird mit dem Rest des Wassers aufgefüllt. Für die Entsorgung der Chemikalie gelten die entsprechenden Gesetze und Verordnungen des jeweiligen Landes.

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