Steuerfreie Auslöse bei Verpflegungsmehraufwand

Beim Übernachten an der Einsatzstelle kann der Arbeitgeber die steuerfreie Auslöse seit 2005 nur noch drei Monate lang erwirken. So ersetzt sie beispielsweise 24 € bei mindestens 24 Stunden Abwesenheit.


Seit 2005 kann der Arbeitgeber Verpflegungsmehraufwand nur noch ein Vierteljahr lang hinsichtlich der Steuer ersetzen. So zahlt er als steuerfreie Auslöse 24 Euro ab 24 Stunden Abwesenheit, 12 Euro wenn der Arbeitnehmer ab 14 Stunden abwesend war und sechs Euro, wenn dies acht Stunden lang der Fall gewesen ist. Die Abwesenheit von der Wohnung, die den Lebensmittelpunkt bildet, ist für die steuerfreie Auslöse bei der Berechnung der Abwesenheitsdauer maßgebend.

Wenn beispielsweise ein lediger Schreiner aus Zweibrücken vom 1. Januar bis 30. Juni auf einer Baustelle in Osnabrück eingesetzt wird und in Osnabrück eine Unterkunft bezieht, er eine tägliche Auslösepauschale von 30 Euro erhält und am Tag zwischen acht und 10 Stunden arbeitet, kann der Arbeitgeber eine steuerfreie Auslöse in die Tat umsetzen, da innerhalb der Frist von drei Monaten insgesamt die täglichen Höchstbeträge von 24 Euro für den Mehraufwand an Verpflegung und 20 Euro für Unterkunftskosten nicht überschritten werden (täglich 44 Euro). Keine doppelte Haushaltsführung im steuerrechtlichen Sinne tätigt ein Arbeitnehmer, der vorübergehend am Ort der am Montage oder in dessen Nähe übernachtet und deshalb nicht an seinen Lebensmittelpunkt zurückkehrt. Für ein Vierteljahr kann er als Werbungskosten Verpflegungsmehraufwand bezüglich der ihm tatsächlich entstandenen Übernachtungs- und Fahrtkosten steuerlich absetzen. Nach der Abwesenheit vom Ort seines Lebensmittelpunktes bemisst sich der Verpflegungsmehraufwand. Die Abwesenheit von der Montage-Unterkunft am Einsatzort ist nicht relevant.

Wenn ein Arbeitnehmer beispielsweise für ein halbes Jahr mit einer Einsatzwechseltätigkeit an einer 300 km entfernten Großbaustelle arbeitet, er seinen Lebensmittelpunkt montags um 7 Uhr verlässt und freitags um 18 Uhr wieder nach Hause kommt, können als Werbungskosten insgesamt 96 Euro geltend gemacht werden. Und zwar für den Montag 12 Euro (17 Stunden Abwesenheit), den Dienstag bis donnerstags 72 Euro (dreimal 24 Stunden, also 24 Euro mal drei) und für den Freitag 12 Euro (18 Stunden Abwesenheit). In vollem Umfang können bei einer Einsatzwechseltätigkeit Übernachtungskosten erstattet werden.