Zahlreiche Tote bei der Sturmflut 1962 in Deutschland

Mit der Sturmflut aus dem Jahre 1962 ist ein Sturmtief gemeint, dass an der nördlichen Küste zu einer schweren Flutkatastrophe führte, bei der mehrere hundert Menschen den Wassermassen zu Opfer fielen.

 

Ausgelöst wurde die Sturmflut aus dem Jahre 1962 durch ein Sturmtief, das zur deutschen Bucht zog. Bereits am Tag vor der Katastrophe wurden an der Küste Sturmwarnungen mit sehr hohen Stärken ausgegeben. Doch am Folgetag erreichte das vom Norden kommende Orkantief das Land vollständig, und die Windmessgeräte stiegen auf bisher unerreichte Höhen. Auf dem Meer gerieten zahlreiche Schiffe in Seenot, und auch auf dem Land gab es die ersten Todesopfer. Am Mittag kam es zur ersten Sturmflut, die die Wasserspeicher zahlreicher Flüsse im Norden des Landes füllte. Im Laufe des Tages verstärkte sich der Sturm weiter, sodass bis zum Abend ein enormes Hochwasser in vielen Städten entstanden war und Orkanböen mit einer enorm hohen Geschwindigkeit die Menschen in Gefahr brachte. Dies führte dazu, dass gegen Mitternacht zahlreiche Dämme brachen, allem voran jene, die seit der großen Sturmflut zehn Jahre vor dem Unglück noch nicht wieder erhöht worden waren.

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Am schlimmsten von der Sturmflut getroffen wurde Hamburg, das die meisten Todesopfer zu beklagen hatte. Vor allem in einem Stadtteil, der zum großen Teil aus einstöckigen Behelfsunterkünften aus der Nachkriegszeit bestand, fielen unzählige Einwohner der Flut zum Opfer, da die Häuser den Wassermassen am wenigsten standhielten. In den nächsten Tagen sollte das Hochwasser noch weiter steigen, doch dank eines Rettungsmanöver durch Kräfte aus verschiedenen Ländern, das durch den Innensenator der Stadt veranlasst wurde, konnten die Einwohner der Stadt evakuiert werden. Im anderen küstennahen Städten wurde die Gefahr schon früher erkannt, sodass bereits am Abend des 16. Februars mit den Evakuierungsarbeiten begonnen wurde. Deswegen kamen dort nur sieben Personen ums Leben, da sie sich geweigert hatten, ihr Haus zu verlassen.

Die Ausmaße der Katastrophe waren neben Hunderten Todesopfern mehrere Tausende Obdachlose sowie unzählbare ruinierte Gebäude. Außerdem stand etwa ein Sechstel des Wohngebiets in Hamburg unter Wasser und die Verbindung zum Süden war unterbrochen und die Versorgung mit Lebensmitteln eingeschränkt. Insgesamt belief sich der Sachschaden auf mehrere Milliarden D-Mark. Zum Gedenken der Toten fand einige Tage später eine Trauerfeier auf einem Platz in Hamburg statt, zu der sich zahlreiche betroffene Menschen einfanden, von denen viele Angehörige oder Bekannte verloren hatten.

Als Folge aus den Ereignissen wurden offizielle Katastrophenpläne entwickelt und bruchsichere Deiche gefordert. Laut einer Ingenieurskommission, die noch im gleichen Jahr Untersuchungen anstellte, sei die Stabilität der Dämme deutlich wichtiger als die Höhe, da eine kurzfristige Überflutung keine größeren Schäden mit sich ziehe. Daraufhin wurde die Hochwasserschutzlinie an der Küste zum Teil neu begradigt und zahlreiche Dämme neu gebaut oder verstärkt. Zudem wurde ein Gesetz erlassen, das die Deichbestimmungen neu festlegte. Daraufhin wurden zahlreiche Dämme im Norden des Landes und auf den vorgelagerten Inseln erhöht und stabilisiert. Dies führte dazu, dass bei einer Flut gute zehn Jahre später, die noch einen Meter höher als die Sturmflut von 1962 war, alle Dämme bis auf ein kleines Stück den Wellen standhielten und ernsthafte Schäden vermieden werden konnten. In den darauf folgenden Jahrzehnten sollten die Dämme noch weiter stabilisiert und erhöht werden.

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