Grüne Gentechnik - gezielte Züchtungen aus dem Labor
Während die Gentechnik bei Tierzüchtungen noch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, gehört die so genannte Grüne Gentechnik oder Agrogentechnik in der Landwirtschaft vieler Länder heute schon fast zum Standard.
Während bei der herkömmlichen Züchtung von Pflanzen in der Regel eine Vielzahl von Eigenschaften eine Rolle spielt, setzt die grüne Gentechnik gezielt auf die Veränderung einzelner Gene im Erbgut von Pflanzen oder auf das Einschleusen von Genen, die für diese bestimmte Pflanze in der Natur eigentlich so nicht vorgesehen sind. Die grüne Gentechnik umgeht also ganz bewusst natürliche Hindernisse wie beispielsweise Artgrenzen, die bei einer normalen Züchtung durchaus noch mit berücksichtigt werden müssen. Allerdings sind die Verfahren der Agrogentechnik nicht ganz unkompliziert, weswegen sie bis heute in aller Regel nur im Labor unter strengen Bedingungen durchgeführt werden können. Übrigens wieder im Gegensatz zu einer Züchtung.
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Durch das Einschleusen fremder oder die Veränderung eigener Gene einer Pflanze, kann die grüne Gentechnik Pflanzen beispielsweise resistent gegen bestimmte Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten machen. Auf diese Weise werden unter anderem weniger giftige Pestizide zum Schutz der Pflanzen benötigt und Missernten werden deutlich seltener. Aber auch eine Verbesserung des Nährstoffgehaltes, unter anderem durch die Veränderung des Zuckergehaltes oder die erhöhte Produktion von Fettsäuren spielen eine Rolle, ebenso wie die Produktion eines bestimmten Stoffes wie beispielsweise Hormone, Biokraftstoffe oder biologisch abbaubares Plastik.
Kommerziell angebaut werden die gentechnisch veränderten Pflanzen bereits seit dem Jahr 1996. Im Jahr 2008 wurden die Pflanzen bereits auf insgesamt 125 Millionen Hektar Land in rund 25 Ländern weltweit angebaut, wenn auch das Ausbringen des Saatgutes nicht immer ganz unumstritten war und ist. Zu den wichtigsten Anbauländern gehören neben den USA und Argentinien auch China, Südafrika, Indien und mehrere lateinamerikanische Länder. Die entsprechenden Zulassungen regelt jedes Land selbst, eine einheitliche Regelung gibt es noch nicht. In der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise wird die Umsetzung durch das so genannte „Gentechnikgesetz“ geregelt. Es wurde bereits im Jahr 1990 erlassen, die aktuellste Änderung wird vermutlich im März 2010 in Kraft treten.
