Schon seit dem neunzehnten Jahrhundert gilt der Kugelschreiber als praktisches Schreibwerkzeug. Da er aus nur wenigen Einzelteilen besteht, kann jeder schnell einen Kugelschreiber zusammenbauen.
Der Kugelschreiber – umgangssprachlich oft auch Kuli genannt – gehört heute neben dem Bleistift und dem Füllfederhalter zu den bekanntesten Büroartikeln. Zwar hat er sich vor allem als reines Schreibgerät einen Namen gemacht, doch gibt es auch Künstler, die sich das charakteristische Erscheinungsbild seiner Tinte für ihre Werke zunutze machen. Sein Aufbau ist denkbar einfach, sodass jeder schnell aus den Komponenten Hülle, Feder und Vorratsbehälter für die Tinte einen Kugelschreiber zusammenbauen kann. Zwar gibt es auch sehr teure Modelle, doch die Mehrzahl der Kugelschreiber wird mit kostengünstigen Plastikummantelungen ausgeliefert, was sie besonders als Werbegeschenk für Unternehmen attraktiv macht.
Beim Kugelschreiber zusammenbauen sind kaum Hinweise zu beachten, lediglich, dass die Feder so in die Hülle eingelegt sein muss, dass sich die Mine ein- und ausfahren lässt und an ihrer gewünschten Position hält. Dieser Mechanismus ist vor allem dann sinnvoll, wenn man den Stift mit sich trägt. Die eingefahrene Mine kann die Kleidung nicht verschmutzen.
Die eigentliche Besonderheit des Kugelschreibers liegt aber in der namensgebenden Kugel, die sich an der Spitze der Mine (beziehungsweise des Vorratsbehälters) befindet. Wird der Stift über Papier bewegt, nimmt die Kugel auf der einen Seite Tinte auf, um sie nach der Drehung auf das Papier zu übertragen. So ist immer genug Tinte vorhanden, um auch längere Schreibarbeiten zu erledigen. Mittlerweile ist der Kugelschreiber aus modernen Büros nicht mehr wegzudenken. Seine Geschichte ist schwer rekonstruierbar, da gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts mehrere Patente angemeldet wurden, die als Vorläufer des heutigen Kugelschreibers gelten können. Eine größere Verbreitung fand der Stift jedenfalls erst in den Vierzigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts, als in Großbritannien die erste Kugelschreiber-Fabrik eröffnet wurde und das Schreibgerät in Serienproduktion ging. Vor allem Fluglinien waren die ersten Kunden, da sich der Stift auch unter widrigen Bedingungen (schwankender Luftdruck) einsetzen ließ und ein sauberes Schriftbild hinterließ.
