Alte Bauernregeln - nicht nur auf dem Land anwendbar

Alte Bauernregeln waren früher sehr beliebt, besonders in ländlichen Gegenden und bei den Menschen, die in der Landwirtschaft tätig waren. Mittlerweile gibt es auch andere Methoden, Sä- und Erntezeiten zu bestimmen.

 

Mittlerweile hat die Bauernweisheit eher den Stellenwert einer alten liebenswerten Anekdote, hat man heute doch die Wettervorhersage, die generell gesehen genauer ist. Früher haben die Bauern das Wetter beobachtet und daraus Zusammenhänge und Vorhersagen abgeleitet, z. B. "Soviel Nebeltage im Februar, soviel kalte Tage im August". Wie zutreffend diese Regeln waren, steht dabei auf einem anderen Blatt: Teilweise handelt es sich auch um schlichten Aberglauben. Alte Bauernregeln wurden in der Zeit noch vor Christi Geburt gesammelt und häufig in Reim- und Versform weitergegeben. Es gibt sie als Monats- und Wochenregeln.

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Eine Auswahl für alte Bauernregeln des Aprils sieht beispielsweise so aus:

"Der April macht immer, was er will".

"Wenn der April stößt in's Horn, Ernte gut bei Heu und Korn".

"Wetter im April und Glück im Spiel wechseln beide viel".

"Will der Teufel es, so gibt's Eis und Schnee im April".

Diese Auswahl an Regeln zeigt sehr schön, dass die Menschen die alten Bauernregeln in Reimform über die Generationen hinweg bewahrt haben. So ist das Auswendiglernen aufgrund der Eingängigkeit leichter, und auch schon Kindern möglich, die noch nicht schreiben können. Auch lässt sich die Religiosität der Landbevölkerung daran erkennen, dass Gott und Teufel in den Bauernweisheiten auftauchen. Das ist auch gut daran zu sehen, dass viele Regeln an die katholischen Namenstage anknüpfen, die den Heiligen gewidmet sind, z. B. "Liegt an St. Martin Schnee, so wird der Winter kalt und lang" oder "Wie das Wetter an Elisabeth, so wird das Wetter im Winter". Die Bauernweisheit ist also nicht nur an Monate gebunden, sondern auch daran, wie das Wetter an bestimmten Tagen, den sogenannten „Lostagen“ ist. Daraus wird dann das Klima für die Zukunft abgeleitet, meistens für die nächstfolgenden Tage. Dabei ist das Eintreten dieser Vorhersagen manchmal sogar gegeben.

Die folgende verballhornte Bauernregel trifft aber stets die Wahrheit, gleichgültig, was von den sonstigen alten Bauernweisheiten zu halten sein mag: "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt so, wie es ist."

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