Beruflich weiterentwickeln: zweite Ausbildung im Trend
Schon in den 1990er-Jahren zeichnete sich ab, dass Berufstätigen zukünftig ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt werden würde. Zuvor war es üblich, mit nur einer Ausbildung bis zur Rente im selben Betrieb zu arbeiten.
Da der technische Fortschritt im letzten Jahrhundert in einer rasanten Weise in vielen Arbeitsbereichen Einzug hielt, wurden unzählige Arbeitsplätze wegrationalisiert. Maschinen übernehmen mehr und mehr Aufgaben, die früher von Menschenhand getätigt werden mussten. Im Gegenzug entstanden und entstehen neue Berufszweige, die dem technischen Wandel Rechnung tragen. Dies geschieht in immer kürzeren Abständen. Große strukturelle Umwandlungen in Firmen und Betrieben erfordern Weiterbildungen oder gar Umschulungen der Mitarbeiter.
Entscheiden sich Schulabgänger nach der Schule für eine Ausbildung, sind sie meistens noch sehr jung. Man kann zu diesem Zeitpunkt nicht abschätzen, ob man in diesem Beruf sein Leben lang arbeiten möchte. Neuorientierungen im Beruf sind heute die Regel. Es ist keinesfalls verwerflich, wenn man für die Wahl eines Berufs länger braucht, solange man verschiedene Möglichkeiten ausprobiert. Für viele Personaler zeugt es von einer gewissen Kreativität und auch Flexibilität eines Bewerbers, wenn dieser sich in unterschiedlichen Berufsfeldern betätigt hat. Somit hat sich mit technischem Wandel auch ein Sinneswandel eingestellt. Früher mag man als unbeständig gegolten haben, wenn man beschloss, eine weitere Ausbildung aufzunehmen.
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Da man immer mehr Ausbildungsberufe überbetrieblich, das heißt schulisch, erlernen kann, sind Altersgrenzen aufgehoben. Es ist zum Beispiel kaum möglich, eine betriebliche Lehre anzutreten, hat man das Alter von 30 Jahren überschritten. Überbetriebliche Ausbildungen werden auch von privaten Schulen angeboten, die eine Ausbildungsgebühr erheben. Altersgrenzen bestehen an privaten Schulen kaum, sodass man in jedem Alter die Ausbildung aufnehmen kann. Da wir immer älter werden und es absehbar ist, dass sich die Lebensarbeitszeit stetig verlängern wird, nehmen viele Menschen die Möglichkeit wahr, auch mit über 30 eine neue Ausbildung anzutreten. In diesem Alter hat man andere Interessen und Vorstellungen, als mit 16 Jahren. Die eigenen Schwächen und Stärken sind einem bewusster und man kann sich dementsprechend besser entscheiden.
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