Ausbildung zur Familienpflegerin: Hilfe in Krisenzeiten
Das Berufsbild der Familienpflege existiert bereits seit 1948. Im Laufe der Zeit haben sich allerdings sowohl die Aufgaben als auch die Inhalte der Ausbildung zur Familienpflegerin gewandelt.
Zu Beginn der Berufsentwicklung des/der Familienpflegers/in begrenzte sich das klassische Einsatzfeld vor allem auf die Krisenbewältigung in Privatfamilien. Heute ist dieser Aufgabenbereich in eine vernetzte Struktur stationärer und ambulanter Pflege und Sozialdienste integriert.
Die Hauptaufgabe einer Familienpflegerin/eines Familienpflegers ist die Hilfe für Ein- oder Mehrpersonenhaushalte in Krisensituationen. So übernimmt er oder sie neben hauswirtschaftlichen Aufgaben die Pflege sowie pädagogische Begleitung von Babys, Kindern und Jugendlichen. Auch die notwendige Grundpflege von älteren, behinderten und kranken Haushaltsmitgliedern kann die Familienpflege gewährleisten. Seelische Erkrankungen sowie Suchtmittelabhängigkeit werden ebenso in das Pflegekonzept eingebettet. Werden Erste-Hilfe-Maßnahmen verlangt, so ist auch hier der/die Familienpfleger/in die richtige Ansprechperson. Er/sie orientiert sich stets an einem ganzheitlichen Betreuungskonzept, sodass die Information über weiterführende Hilfsangebote im Vordergrund steht. Somit stellen Familienpfleger Multiplikatoren zwischen den betroffenen Haushalten, den Auftraggebern und den Behörden dar.
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Wer eine Ausbildung zur Familienpflegerin machen will, muss ein staatlich anerkanntes Fachseminar absolvieren. Je nach Bundesland variieren die Voraussetzungen für die Zulassung zum Fachseminar für Familienpflege. Generell wird jedoch der Hauptschulabschluss oder aber die Führung einer Mehrpersonen-Familie über mindestens sechs Jahre verlangt. Das Mindestalter liegt in der Regel bei 25 Jahren.
Die Ausbildung zur Familienpflegerin dauert drei Jahre. Die Ausbildungsinhalte umfassen zum einen die Vermittlung der Säuglingspflege sowie die Hilfestellung für Wöchnerinnen, die Alten- und die Krankenpflege. Auch Kenntnisse der Ersten Hilfe, der Psychopathologie, der Pädagogik und Soziologie sowie der Hauswirtschaft werden in der dreijährigen Ausbildung vermittelt. Nach erfolgreichem Abschluss können die Familienpfleger/innen unter anderem in Kinderheimen, Sonderschulen, Pflegewohnheimen, mobilen sozialen Diensten sowie in Privathaushalten tätig werden.
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