Amerikanische Schulen besser als die deutschen?
Angespornt von dem schlechten Ergebnis der deutschen Schüler beim internationalen PISA-Test, wird das deutsche Schulsystem nicht selten kritisiert. Eine Frage ist, ob amerikanische Schulen als Vorbild dienen sollen.
Das schlechte Abschneiden Deutschlands im internationalen PISA-Test hat zu vielen Diskussionen geführt. Häufiger Ansatz sind Überlegungen, sich an dem amerikanischen Schulsystem zu orientieren und gegebenenfalls Ideen und Modelle zu übernehmen.
Das amerikanische Schulsystem unterscheidet sich grundlegend von dem deutschen. Die Schullaufbahn beginnt mit der Elementary School, im Anschluss folgt dann bis zur 12. Klasse die High School. Anders als in Deutschland gibt es nach der Grundschule keine Aufteilung in Schulkategorien wie Haupt- oder Realschule bzw. Gymnasium. Die High School ist für alle Schüler gleich.
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Amerikanische Schulen haben ein wesentlich größeres Unterrichtsangebot als deutsche. Neben vorgeschriebenen Fächern wie Mathematik, Englisch und Geschichte wählen die Schüler aus einem Angebot von Wahlfächern. Mit Hilfe einer Art Vertrauenslehrer entscheiden sie, welche Fächer sie belegen wollen und stellen sich ihren Stundenplan selbst zusammen. Wahlfächer gibt es für jeden Geschmack. So kann ein amerikanischer Schüler wahlweise Fächer wie Psychologie, Informatik, Tanz, Gesang, Technik oder auch Automechanik wählen. Darüber hinaus gibt es ein breites Angebot an Sportarten und diversen Arbeitsgruppen, in denen die Schüler neben dem Unterricht arbeiten.
Die Möglichkeit der Spezialisierung ist der Hauptansatzpunkt der Überlegungen aus deutscher Sicht. Viele deutsche Schüler würden eine Veränderung in diese Richtung sehr begrüßen, da sie Musikunterricht und Theaterkurse oder Automechanik wesentlich interessanter finden als Latein oder Philosophie. Allerdings gehen deutsche Schulen von anderen Standards aus als amerikanische Schulen. Amerikanische Schüler verbringen fast den ganzen Tag in der Schule, wodurch auch das Freizeitprogramm von den Schulen übernommen wird. Deutsche Schüler haben außer in den höheren Klassen meist keinen Nachmittagsunterricht und gestalten ihre Freizeit selbst. Ziel der deutschen Schulen ist es, jedem Schüler eine für seinen jeweiligen späteren Berufsweg adäquate Allgemeinbildung mit auf den Weg zu geben. Spezialisierungen werden im Freizeitbereich angesiedelt bzw. erst bei der Studien- und Berufswahl ausschlaggebend.
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