Goodbye Germany – Der Zweitwohnsitz in Deutschland?

In Krisenzeiten steigt die Zahl der Auswanderer. Jedoch sind viele unsicher, ob das Vorhaben Auswandern das Richtige ist. Ein Zweitwohnsitz in Deutschland soll Sicherheit bieten. Jedoch ist dies rechlich möglich?


In Fernsehen und Radio hört man immer wieder von Menschen, die von Deutschland ins Ausland mehr oder meist weniger erfolgreich auswandern. Mittlerweile gibt es sogar sogenannte „Zurückwanderer“, die nach einem gescheiterten Versuch reumütig nach Deutschland zurückkehren. Viele wollen aus diesem Grund sozusagen „auf Probe“ auswandern. Sie denken daran, lediglich ihren Hauptwohnsitz ins Ausland zu verlegen. In Deutschland soll ein Zweitwohnsitz gemeldet werden. Durch dieses Hintertürchen soll ein „Rückwandern“ erleichtert werden. Dabei sollte jeder Auswanderer die rechtlichen Begriffe Wohnung, Hauptwohnung, Hauptwohnsitz und Zweitwohnsitz gut auseinanderhalten. In Deutschland besteht eine Meldepflicht, die unter allen Umständen eingehalten werden muss.

Beachten sollte man deshalb auf jeden Fall, dass ein Zweitwohnsitz in Deutschland rein rechtlich nicht realisierbar ist. Dieser ist nur dann möglich, wenn auch der Erstwohnsitz in Deutschland liegt. Der Begriff des Wohnsitzes ist dabei nicht an den Mittelpunkt des Lebensinteresses geknüpft. Hat man eine Wohnung in Deutschland, ist es unerheblich, ob und wie häufig man diese nutzt. Sie gilt immer als Hauptwohnsitz. Man kann lediglich einen Zweitwohnsitz in Deutschland haben, wenn man in Deutschland auch seinen Hauptwohnsitz gemeldet hat. Gibt es also den Fall, dass jemand ins Ausland umzieht, dort seinen Hauptwohnsitz anmeldet und seinen gedachten Zweitwohnsitz in Deutschland lässt, so wird dieser hier als alleinige Wohnung registriert.

Will man demnach mit einem Notfallplan im Hinterkopf auswandern, sollte man seinen Erstwohnsitz in Deutschland lassen und gegebenenfalls den Nebenwohnsitz verlegen. Dies ist jedoch nicht in jedem Wunschland möglich. Welche steuerrechtlichen oder sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen ein solcher Wohnsitzwechsel hat, sollte man mit seinem zuständigen Finanzamt bzw. dem Sozialversicherungsträger besprechen. In jedem Fall greift die deutsche Abgabenordnung. Danach ist der Wohnsitz einer Person dort, wo sie eine Wohnung hat und benutzt. Hat man also in Deutschland einen Wohnsitz, werden in jedem Fall die betreffenden steuerlichen Konsequenzen abgeleitet.