Rücktritt einreichen bedeutet Verantwortung zeigen

Wer einen verantwortungsvollen Posten inne hat, für den ist es selbstverständlich, bei Fehlverhalten die Konsequenzen zu tragen. Den Rücktritt einreichen heißt, die nötige Verantwortung zu übernehmen.

 

Es gibt verschieden Gründe, warum jemand in einer bedeutenden Position oder in einem verantwortungsvollen Amt, egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich, zurücktritt. Es können schuldhafte Vergehen vorliegen, die sich jedoch außerhalb strafrechtlicher Verfolgung bewegen, es kann eine unfruchtbare Debatte über den Wirkungsbereich des Amtes herrschen, die der Amtsinhaber nicht zur Zufriedenheit zu lösen vermag, oder es kann eine ständige Anfeindung trotz gewählter Position ein Ausüben des Amtes erschweren oder unmöglich machen. Auch persönliche Gründe wie familiäre Umstände oder eine Erkrankung können schließlich Ursache sein, warum jemand seinen Rücktritt einreichen möchte.

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Wird um Rücktritt ersucht, sind viele Beteiligte oftmals überrascht. Nur der Amtsinhaber selber trägt diese Entscheidung schon eine Weile mit sich herum. Er hat bereits die Entscheidung getroffen, über die die anderen nun beraten sollen. Üblicherweise ist ein Rücktritt für den Zurücktretenden ein schwerer Schritt, denn zuvor hat er sich ja aus freien Stücken um das Amt oder die Position bemüht, hat darauf hingearbeitet oder sich darum verdient gemacht. Wenn er gewählt wurde, wird er die Wähler für seine Ziele eingenommen haben, hat um ihre Stimmen gekämpft und hart für den Wahlsieg gearbeitet. Handelte es sich um eine Ernennung oder Beförderung, war der Aufwand kein Geringerer, diesen Posten zu erobern. In jedem Fall stecken sehr viel Willenskraft, Überzeugung und Energie in der Erreichung eines Amtes. Entsprechend schwerwiegend sind dann auch die Gründe und die inneren Kämpfe, diese Errungenschaft aus freien Stücken wieder aufzugeben. Nicht selten hinterlässt die Notwendigkeit zum Rücktritt von einem einstmals geliebten Amt erkennbare Spuren beim ehemaligen Amtsinhaber. Enttäuschung, Ohnmacht, Erschöpfung oder auch Verbitterung kann jemanden kennzeichnen, der den inneren Kampf um Amtserhalt oder Rücktritt mit sich ausgefochten hat. Letztlich bedeutet, seinen Rücktritt einreichen zu müssen immer eine persönliche Kapitulation. In nicht seltenen Fällen handelt es sich jedoch um eine rettende Maßnahme, die neue Energien freisetzt und einen neuen Anfang ermöglicht.

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