Herr Fischer, welchen Bezug haben Sie zu Madonna? Ich werde mit meiner Jugend, also den 80er Jahren konfrontiert. Als Madonna bekannt wurde, fand ich sie ganz toll. Da hatte sie etwas Wildes und Exzentrisches, mit den Strümpfen im Haar und ihrem Fetzenlook, das fand ich schick. Sie erinnerte mich optisch an Janis Joplin. Als sie Latex-Mode trug, hatte ich das Gefühl, dass sie einfach nur alle Moden durchprobiert und keinen eigenen Stil hat. Dazu langweilte mich ihre Musik zunehmend. Von da an war sie mir egal. Heute finde ich sie komplett überflüssig. Ich finde es weder interessant, was man medizinisch aus Gesichtern und Körpern machen kann, noch wie man sich optisch auf dem Stand einer Dreißigjährigen hält. Mich interessieren echte Charaktere! Sie ist keine gute Sängerin, keine gute Schauspielerin und auch keine gute Regisseurin, was sie ja immer wieder unter Beweis stellt. Die Mode, die sie für H&M „kreiert“ hat, ist Billig- und Wegwerfmode. Und genau so ein Artikel ist auch Madonna: Ein Wegwerf-Star in einer Wegwerf-Gesellschaft.
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Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie an Madonna? Ich hatte Poster von ihr an der Wand und „alles“ über sie in der Bravo gelesen. Mit einer Freundin, die Nena-Fan war, wettete ich, wer sich länger am Pophimmel hält. Sie meinte Nena, ich meinte Madonna. Wir haben ja beide Recht behalten… Das ist das Positive an Madonna - die Erinnerung an die Jugend, als man naiv war und sich hemmungslos begeistern konnte. Was hat Madonna für die Emanzipation der Frauen beigetragen? Dieses Urteil überlasse ich den Frauen. Gibt es etwas, was Sie dennoch an Madonna gut finden? Sie ist eine gute Geschäftsfrau und weiß, wie man ordentlich Geld macht – das ist doch schon mal beachtlich… Was wünschen Sie Ihr zum Geburtstag? Alles Gute, Gesundheit, Glück und so viel Normalität wie möglich in diesem komplizierten, wahnsinnigen Leben.