Great Britin

Die Liebesgeschichte von Kate Middleton und Prinz William ist eine Geschichte zum Verlieben: Wie diese 26-Jährige bisher alle Fallstricke des Boulevards und des Hofs umging, zeugt von großer Klasse - und für eine zukünftige Königin trägt sie ziemlich kurze Röcke

 

Sie sitzen ein paar Reihen getrennt voneinander, beide im schwarzen Talar, gleich werden sie auf die Bühne gehen und ihr Diplom entgegennehmen, sie ein paar Minuten vor ihm. Doch erst sagt der Rektor, was er in jedem Jahr sagt, einfach weil es stimmt: An keiner anderen Universität würden so viele Ehen gestiftet wie in St Andrews. "Ihr habt vielleicht hier euren zukünftigen Ehepartner gefunden. Nun geht hin und mehret euch."

Auf dem Balkon lächeln die Queen und Prinz Philip, Prinz Charles und Camilla. Auch die Middletons sind da – aber dafür interessiert sich im Juni 2005 noch niemand; die Journalisten, die Kate Middleton überhaupt erwähnen, bezeichnen sie als Prinz Williams "derzeitige Freundin". Dass sie tatsächlich einmal Königin von England werden könnte, glaubt damals wohl niemand – außer ihr und ihm vielleicht.

Der kleine Ort, in dem Prinz Charles seinen Ältesten vier Jahre zuvor abgeliefert hatte, liegt im Osten Schottlands; die Universität ist nicht die beste des Landes, aber sie ist die älteste und gewiss die schönste. St Andrews besteht im Wesent- lichen aus fünf Straßen. Dazwischen Gassen mit Kopfsteinpflaster und buckligen Häuschen, die grüne und blaue Türen haben, auf den Klippen die Schlossruine aus dem 13. Jahrhundert. Der Wind bläst, Möwen kreischen, am Nordseestrand lassen Familien Drachen steigen. Der Thronfolger, in dessen Studentenausweis William Wales stand, lernte Kate Middleton schon in den ersten Tagen kennen, im Einführungskurs des Instituts für Kunstgeschichte, einem edlen Haus mit Fischgrätparkett, in dem man vom Seminar aus aufs Meer blicken kann. Beide, so stellten sie bald fest, lebten um die Ecke in der St Salvators Hall, einem Wohnheim, das die Studenten seit Generationen „Sallies“ nennen. Früher waren hier nur Jungs erlaubt, vor wenigen Jahren kamen Mädchen hinzu. William und Kate hatten auch sonst viel gemeinsam. Beide hatten das Jahr zwischen Schule und der Universität teilweise in Chile verbracht, beide sind eher schüchtern, auf dem Land froher als in der Stadt, beide sind begeisterte Athleten und waren auf ihren jeweiligen Internaten Kapitän der Hockeymannschaft.

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William fühlte sich unwohl in den ersten Wochen auf dem Campus. Er war der prize to catch – amerikanische Mädchen verfolgten ihn, wohin er auch ging, er trug seine Baseballkappe immer tief im Gesicht. Kate wurde schnell zu seiner Vertrauten. Sie fingen an, Tennis zu spielen, halfen einander bei den ersten Referaten. Er war unglücklich mit Kunstgeschichte, dachte daran, das ganze Studium hinzuschmeißen. Sie redete ihm gut zu. Er fasste neuen Mut und wechselte zu Geografie.
Sie gingen zusammen zu Rugbyspielen und trafen sich mit anderen Erstsemestern im Pub. William wurde zunehmend gelöster. Von all dem erfuhr man nichts, dank eines Abkommens, das der Palast mit den Medien getroffen hatte: Der Prinz würde während des kompletten Studiums in Ruhe gelassen. Es gibt eine Bar, in der sie oft zusammen waren, die Betreiber halten sich bis heute ans Schweigeversprechen. Jeder Student musste sich damals schriftlich verpflichten, keinem Journalisten etwas über William zu erzählen. Nach dem ersten Jahr in der Salvators Hall sind sie in den Ort gezogen, gemeinsam mit Fergus Boyd, Williams Freund aus Eton, und einem Mädchen, dessen Name nie bekannt wurde. In eine Altbauwohnung mit vier Schlafzimmern, Williams Leibwächter immer vor der Tür. Es heißt, sie waren damals noch kein Paar, Kate hatte einen Freund, Rupert, der am Ende seines Studiums stand. Die Nachbarn aber sagen, man habe William und Kate immer zu zweit gesehen. Mehr wollen sie nicht verraten, wenn überhaupt, solle Mrs Whyte erzählen, die Vermieterin. Die alte Dame will nur bestätigen, dass es sich um die richtige Wohnung handle, alles Weitere wäre auch ihrem verstorbenen Mann nicht recht gewesen, einem einflussreichen Pastor. Trotzdem sagt sie dann, wie sehr sie den beiden Glück wünsche, sie seien reizend, "just lovely". Prinz William habe es so genossen in St Andrews. Er habe es geliebt, mit dem Fahrrad zu fahren. In den Supermarkt zu gehen und Spargel zu kaufen, alltägliche Dinge zu tun, die für ihn eben so gar nicht normal waren. Sie habe viel mitbekommen, aber nein, sie bitte um Verständnis, mehr wolle sie nicht sagen.

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