Lady Bitch Ray über Madonna

Lady Bitch Ray, 27, will mit pornografischen Texten die Emanzipation der Frau und eine "vaginale Selbstbestimmung" propagieren. Die Rapperin aus Bremen sorgte in den vergangenen Monaten mit mehreren TV-Auftritten für Aufsehen

 

Warum haben Sie sich das "Sex"-Foto von Madonna ausgesucht?
Es ist mein Lieblingsmotiv von Madonna und ich habe es als Postkarte in meinem Badezimmer hängen. Madonna ist mein Vorbild. Warum?
Bestimmte Dinge schaue ich mir von ihr ab, sie inspiriert mich für meine Arbeit. Zum Beispiel den spitzen-BH-Style gibt es auch in meinen Bühnenoutfits. Oder ihre "In Bed with Madonna" Phase – das habe ich auch auf der Bühne inszeniert. Ich habe viel von ihrer Lebensphilosophie übernommen und weiterentwickelt und für meine Rap- und Vagina-Style-Performance genutzt. Was hat Madonna für die Emanzipation der Frau geleistet?
Was Frauenpower angeht, habe ich von Madonna mehr gelernt als von Alice Schwarzer. Ich habe ja einen Hang zum Sexuellen und fand sie auch deswegen schon immer geil – weil auch bei ihr so viel Sex in allem ist, was sie tut. Schon als Kind fand ich sie gut, obwohl meine Freundinnen sie als Schlampe verpönt haben...
Ich bewundere an ihr, dass sie die Tabuisierung von Sexualität durchbrochen, sich als Frau in der Musikszene durchgesetzt und ihre Sexualität in ihren Videos demonstriert hat. Sie hat sich bis heute immer wieder neu definiert, auch wenn manche Leute meinen, ihre Zeit sei abgelaufen. Das ist doch Quatsch – sie setzt weiter Maßstäbe in Jugendlichkeit und Kreativität!
Welche Phase von Madonna gefällt Ihnen am besten?
Ich finde die "Erotica"- Phase die spannendste, weil sie da am intensivsten mit ihrem sexuellen Image spielt. "Erotica" ist auch mein Lieblingssong von ihr. Aber auch "Vogue" und "Justify My Love" . Ich habe jede Menge CDs von ihr, ein Buch und ganz viele Postkarten.

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Was würden Sie Madonna fragen, wenn Sie ihr begegnen würden?
Ich würde sie fragen, warum sie sich so wenig politisch äußert. Ich würde mit ihr gerne über weltpolitische Themen reden. Manchmal vermisse ich politische Aussagen – auch in ihren Interviews. Und dann würde ich sie noch fragen, ob wir zusammen einen Song machen können. Was kritisieren Sie an Madonna?
Ich bin keine Person, die an Menschen Kritik übt, die etwas bewegt haben. Was ich nicht so stylish und geil fand, war die Cowboy-Phase. Das war so "American Girl macht einen auf Cowboy". Nichts besonderes. Aber der Rodeo-Ritt war schon wieder sehr heiß. So etwas werde ich auch auf die Bühne packen – und reiten! Welche persönlichen Erinnerungen verbinden Sie mit Madonna?
Als Kind habe ich immer gesagt, "ich will so sein wie Madonna – nur in Rap". Und mein Vater meinte dann immer: Das bringt dich nicht weit, konzentriere dich lieber auf deine Schule. Trotzdem ist Madonna ein Dauerthema bei meinem Vater. Er hat richtig Respekt vor ihr, weil sie eine sehr intelligente, reiche Frau ist... Und natürlich habe ich eine Zeile in einem Song die heißt: "Ich bin die Madonna des Raps." Welcher Song/welche Songs gefallen Ihnen von Madonna am besten?
"The Immaculate Collection" – das Album begleitet mich seit 10 Jahren und ich höre es immer wieder. Was wünschen Sie Madonna zum Geburtstag?
Dass sie ihre feuchte Möse behält. Im wahrsten Sinne des Wortes und metaphorisch. Wer ist die legitime Nachfolgerin von Madonna?
In Deutschland kenne ich nur mich. International fällt mir keine ein – vielleicht gibt es noch eine, von der man bisher hier nichts gehört hat. Was finden Sie an sich besser als an Madonna ?
Ich finde uns beide gleich gut. Ich kämpfe für etwas Bestimmtes, sie auch. Was haben Sie mit Madonna gemeinsam?
Von der sexuellen Revolution der 68er ist doch nichts mehr übrig geblieben. Madonna hat damit angefangen, das Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen und ich frische das wieder auf. Bei Madonna ist es wie bei mir: Entweder man liebt sie oder man hasst sie! Wir beide polarisieren. Mein Lustknabe (mein Manager) vergleicht Madonna immer mit mir und meint, sie hat mit wenig Talent so viel erreicht. Das ist der Madonna-Style. Sie hat ein bisschen Talent, aber das ganze Drumherum – ihr Aussehen, ihr Style und ihre Provokation – das macht die eigentliche Madonna aus!
Die Macht der Provokation: das habe ich von Madonna gelernt.
Finden Sie es peinlich, dass Madonna mit 50 Jahren noch im Aerobic-Anzug über die Bühne hüpft wie ein junger Teenager?
Ach was. Ist doch total ok, wenn sie sich jung halten will. Leute, die das kritisieren, sind nur neidisch. Und coole Frauen finden Madonna auch cool – egal wie alt sie ist. Gehen Sie zum Madonna-Konzert im August?
Ja, ich gehe hin und zwar nackt mit diesem Foto aus PARK AVENUE.

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