Karl Lagerfeld über... ausstehende Telefonrechnungen der Patenkinder

"Ich verbringe mein Leben damit, Telefonrechnungen zu bezahlen"

 

Karl Lagerfeld über... ausstehende Telefonrechnungen der Patenkinder

Was interessiert sie denn nicht? Sie sind süchtig nach Informationen? Ja, das stimmt. Mich interessiert so viel. Sogar Maikäfer interessieren mich. Ich wäre auch gern Archäologe geworden. Hätte gerne Sprachen studiert. Aber man kann ja nicht alles machen. Dafür lesen Sie viel. Ja, alles außer Krimis. Ich liebe Klassiker. Ich mache gerade ein Buch über die Unsterblichkeit der deutschen Romantik. Lesen Sie deutsche Romane? Nicht viel. Wissen Sie was ich im Moment lese? Ich habe mir das Gesamtwerk von Ernst Jünger kommen lassen. Alles, was er geschrieben hat. Ich liebe die Sprache.

Links zum ThemaSeite vorschlagen >
  • Schlagen Sie hier relevante und interessante weiterführende Inhalte zu diesem Artikel vor.

Karl Lagerfeld in Stahlgewittern. Sehr ungewöhnlich. Mein Lieblingsschriftsteller ist aber Eduard von Keyserling, impressionistischer Schriftsteller. Französische Literatur lese ich auch kaum, was die heute da so schreiben.Eduard von Keyserlingk Sie konnten sich nicht für Houellebecq erwärmen? Dabei komme ich in seinem letzten Roman vor. Da laufe ich auf den Händen rum, das könnte ich im wirklichen Leben gar nicht. Haben Sie sonst etwas, vielleicht Musik, das Ihnen aus Deutschland gefällt? Ich finde toll, was Reinhard Goebel mit der Musik des Barock gemacht hat. Mit Bach. Wenn Sie sich an den Karl Lagerfeld vor zehn Jahren zurückerinnern, war der auch so wach, so vielseitig interessiert? Der war gleichgültiger. Haben Sie zu dem, der sie da waren, noch eine Beziehung? Den kenn ich nicht. An den kann ich mich kaum erinnern, den hab ich vergessen. Sie wirken so viel jünger heute. Man sagt: Jugend ist Trunkenheit ohne Alkohol, das passt zu Ihnen irgendwie, oder? Das ist toll, dass Sie den Dr. Freud des Oberflächlichen spielen. Rausch ohne Alkohol, das klingt so nach Operette, ich hab sie doch nur auf die Schulter geküsst und so weiter. Nein, ich analysiere mich ungern. Sie haben viele Patenkinder, stehen Sie mit denen auf einer Augenhöhe, so als junger Geist, der Sie sind? Ich habe so viele, dadurch ist das unterschiedlich. Der liebste ist mir der Sohn von Florentine Papst. Der ist toll. Bei anderen ist vieles schief gegangen. Wie ist das mit Andrea, Pierre und Charlotte Casiraghi? Ich mag die gern. Aber bei den meisten jungen Leuten, die ich kenne, fällt mir vor allem auf, dass je reicher die Eltern sind, desto kleiner ist das Taschengeld der Kinder. Ich verbringe mein Leben damit, Telefonrechnungen zu bezahlen. Sie sagten: Ihr größter Luxus sei Einsamkeit. Wie lange halten Sie das aus, einsam zu sein? Einsam ist das falsche Wort. Wenn man alt, arm und allein ist, ist das schrecklich. Aber ich genieße es einfach mal Ruhe zu haben zwischendurch. Geht das überhaupt, allein sein, sie stecken ja in einem permanenten Arbeitsprozess... Arbeitsprozess? Lieber, Sie haben ein Vokabular. Arbeit und Prozess ist da impliziert. Sie haben einen Wortschatz, da hab ich ja Angst vor!! Hui! Nein, Freitags mit einem Berg an Büchern nach Hause zu kommen und bis Montag niemand sehen zu müssen, das ist, wonach ich strebe. Nicht zu sprechen, faul sein, ohne schlechtem Gewissen. Wie Schopenhauer sagt: Das wichtigste, was man als Kind zu lernen hat, ist sich Einsamkeit zu verschaffen und sie zu ertragen. Viel wichtiger ist, dass Schopenhauer gesagt hat: Für jedes Buch, das man kauft, muss man sich auch die Zeit erwerben, es zu lesen. Das ist mein Lieblingssatz von ihm. Von „Shoppinghauer!, haha. Er hat Recht! Aber leider habe ich so viele Bücher, dafür lebe ich nicht lang genug. Sie müssen mal meine Nachttische sehen. Ich lebe inmitten von Büchern. Auch eine Krankheit. Aber ich wünsche nicht, davon geheilt zu werden. Nervt es Sie manchmal, überall erkannt zu werden? Ach wissen Sie, die Franzosen sagen: Man kann nicht die Butter und das Geld für die Butter haben. Das ist doch wahr! Neulich war ich im Laden von Margiela, da war Jake Gylllenhall, da kommt ein junges Mädchen und will ein Autogramm von mir. Da habe ich gesagt: Dreh dich mal um und frag den. Die hat ihn nicht erkannt, war dann aber dankbar für den Hinweis. Gehen Sie ins Kino? Nein, das mag ich nicht, ich sitze nicht gern neben anderen Leuten. Seltsam, welche Eigendynamik Prominenz bekommen hat. Ja, aber die Antwort ist das Resultat. Es funktioniert. Ein Schlager hieß: Frag nicht warum! Manchmal ist Prominenz das einzige. Ja, viele haben überhaupt sonst keine Relevanz. Das ist typisch für unsere Zeit. Ich bin aber sehr für Fassade. Die Leute, die viele Verdienste haben, die sind völlig unbekannt. Ich wundere mich zuweilen über meine Prominenz, ich hab ja keine Skandale, nichts! Ich bin ein strebsamer Deutscher, mit einem herben arbeitsamen Lebenswandel. Ich habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich Deutscher bin. Aber die Franzosen dachten, ich sei Jude. Vielleicht habe ich eine jüdische Mentalität. Wie Alfred Biolek sagt: ich bin kein Jude, ich sehen nur so intelligent aus. So, genau so. So ein Fall bin ich auch. Dabei sind Sie neben der Queen und Mick Jagger, einer der drei Menschen auf der Welt mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Ja, das stimmt. Der bekannteste Deutsche angeblich, was meine Eltern wohl dazu gesagt hätten, dass aus mir Hampelmann so was geworden ist? Kann es sein, dass das nachhaltigste und erfolgreichste Design, das Sie erschaffen haben, Sie selbst sind? Das ist keine dumme Frage. Auf die ich selber aus Bescheidenheit nicht antworten kann. Dazu fehlt mir die Einbildung, um darauf antworten zu können, was heißt, dass ich durchaus der Meinung bin.

CAMPINO

Yes, Yes, Yes!

Eine kleine Weltklassereise

Galerien

PARK AVENUE Blue Moon-Party

Alle lieben Irina (Sean Lennon, Kate Moss, Karl Lagerfeld)

Glenmorangie Secret Lounge

2009  2010  2011  2012 
Eine Altbau-Sanierung ist eine Maßnahme in die Zukunft

Die wichtigsten Maßnahmen einer Altbau-Sanierung sind der Einbau von hochwe


Urlaub auf Sri Lanka: Rundreise durch das Land Buddhas

Wer eine Sri Lanka-Rundreise macht, kann sich ganz der Landschaft und der K


Ein Podest für Sofas: außergewöhnliches im Wohnzimmer

Früher gab es schon einmal das Podest für Sofas - meist in ländlichen Gegen


Betriebswirt Weiterbildung: Chancen, Wege und Aufwand

Manche Menschen zeigen sich mit ihrer beruflichen Situation eher unzufriede


Arbeit und Jobs: München mit vielfältigem Angebot

München bietet neben weißblauer Gemütlichkeit und pulsierendem Großstadtleb


Der Dispokredit-Zinssatz ist Bankkunden wichtig

Vor der Eröffnung eines Bank-Kontos informieren sich die meisten Kunden übe


Der Winterurlaub im Schnee: Ski-Resorts buchen

Die kalten Monate des Jahres eignen sich gut für einen Aktivurlaub in den B