"Ich denke bei meiner Mutter nicht an Gerüche, sondern an ihr freches Mundwerk"
Reden wir über Ihr Parfüm.Kapsule, ja. Die Idee ist, dass man drei Versionen hat. Das erste ist im Grund ein Männerparfüm, obwohl Männerparfüm ein schreckliches Wort ist, klingt so nach Marlboro-Man. Das zweite ist für den Tag zum Nachheizen, Pschpsch, das macht man dann drüber, ist eher weiblich, aber beide Geschlechter können das machen. Aber die drei vertragen sich miteinander, das geht chemisch, die funktionieren miteinander. Ich trage es natürlich selbst auch, das ist das billigste. Wie wichtig ist Geruch an sich für Sie?Geruch, das klingt ja schon so. Lieben Sie etwa schlechte Gerüche?Oh, schlechte Gerüche können auch herrlich sein. Na ja, also da bin ich nicht dekadent genug.
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Wonach hat Ihre Kindheit gerochen?Ich bin nicht von meiner Kindheit besessen, da war mein Motto, let's get out of here. Ich habe mich zu Tode gelangweilt auf dem Land, obwohl es das Beste war in einer nicht so besten Zeit. Aber ich bin nicht Marcel Proust. Der Geruchssinn ist der, der am längsten anhält. Keine Erinnerungsgerüche von früher?Hm. Ich musste als Schulkind an einer Bäckerei vorbei, das roch herrlich. Frisches Brot, Gebäck, das liebte ich.Hatten Sie als Kind ein Parfüm?Naja, Kinderkram. Hatte aus denen meiner Mutter ein eigenes gemischt. Aber ich denke bei meiner Mutter nicht an Gerüche, sondern an ihr freches Mundwerk.Aber roch sie nach etwas?Ja, nach Mitsouko von Guerlain. Und Tabak, weil sie rauchte wie ein Fabrikschornstein.