Karl Lagerfeld über… seine Doppelgänger

„Ich finde das witzig, es gibt mich ja als Teddybär, als Zinnsoldat, als alles Mögliche, mir ist das irgendwie entrutscht. Auch die Kontrolle.“

Oje, Sie Ärmster, Sie haben heute schon einige Interviews gegeben, hoffentlich haben Sie überhaupt noch Lust. Hm, noch keine Ahnung, weiß ich nicht, das kommt auf Sie an! Das ist ja immer das Problem mit mir, wenn ich mit Leuten zusammen bin, dann gucke ich nie auf die Uhr, als gäbe es kein davor und kein danach. Aber so muss man sein, nicht? Wissen Sie, dass ich in Amerika das beliebteste Kostüm für „Ollohwin“ bin? Für was? Halloween, jaja. Cavalli gibt’s jetzt aber auch als Maske. Wäre das nicht die perfekte Masquerade für Sie? Lagerfeld geht zu Halloween als Cavalli? Das ist eine sehr intelligente Frage, aber was müsste ich denn machen, um so auszusehen? Ich meine, ich bin einfach zu imitieren, aber er? Ne große Zigarre, ja. Aber was sonst? Junge Mädels, die ’nen Kopf größer sind. Ja das ist ja unser aller täglicher Umgang, das macht nicht Cavalli aus.

Amüsieren Sie sich darüber, wenn Sie selbst imitiert werden? Oh ja, wissen Sie wer das am besten kann? Nein, wer? Eine ganz tolle französische Schauspielerin, die aus dem Iran kommt, die macht das ganz köstlich. Sie hat es im Fernsehen vor mir selbst gemacht, ich bin beinahe tot umgefallen vor Lachen. Ich kannte sie schon als sie noch ein Kind war, sie hatte also Zeit zum Üben. Sie hat mich als sie zwölf war auf der Straße angesprochen und gesagt: Ich möchte Mannequin werden. Da habe ich gesagt: Na, da musst du aber noch etwas wachsen. Da sagt sie: Haben Sie noch nie was von Twiggy gehört, die war auch nicht groß! Erkennen Sie, dass Sie es sein sollen, wenn man Sie imitiert? Ja, einmal habe ich im Nebenzimmer meine Stimme aus dem Fernseher gehört und mir gedacht, was sagst Du denn da daher? Dabei war es ein Imitator. Was ist es, das Sie ausmacht? Das kann ich nicht sagen. Ich meine ich finde das witzig, es gibt mich ja als Teddybär, als Zinnsoldat, als alles Mögliche, mir ist das irgendwie entrutscht. Auch die Kontrolle. Wenn ein Nachwuchsimitator lernen müsste, Lagerfeld zu imitieren, welchen Rat würden Sie geben? Was ist das Markanteste? Ach, dann leih‘ ich ihm Garderobe. Und die Sprache? Wissen Sie, so affektiert bin ich noch nicht, dass es ein Rezept ist. Es ist alles noch total spontan.