Eva Padberg, 28, gehört zu Deutschlands bekanntesten Models. Zudem ist sie die Sängerin von Dapayk & Padberg , dem gemeinsamen Musikprojekt mit Ehemann Niklas Worgt
Frau Padberg, kommen im Soundtrack Ihres Lebens Madonna-Songs vor? Ich habe zu Hause kein komplettes Madonna Album, aber am besten gefiel mir ihre "Take A Bow" Phase, vor allem wegen der toll produzierten Videos. Wenn ich die Songs von ihr höre, habe ich auch gleich das Video dazu im Kopf. Auch "Bad Girl" – das Verruchte gepaart mit Eleganz finde ich bis heute ganz toll. Diese Ästhetik finde ich sehr ansprechend. Ich bin ein großer Fan von dem Video "Rain" aber auch von "Express Yourself". In meinem Partyordner auf meinem iPod ist auf jeden Fall auch Vogue dabei. Der letzte Song, der mir gut gefallen hat, war "Hollywood". Leider nimmt sie viele Ideen aus dem Underground und macht es der breiten Masse zugänglich. Damit erfindet sie nicht wirklich Neues. Auch Ihre neue CD mit Timbaland und Pharrell Williams ist nichts Neues mehr. Ich finde es sehr schade, dass sie nicht mit interessanteren Musikern arbeitet. Bei der "Confessions on the Dancefloor" Geschichte hat sie mich verloren. Ich finde es mühsam, dass sie immer noch auf Biegen und Brechen versucht, der Welt zu zeigen, dass sie heiß ist. Wir alle wissen, dass Madonna heiß ist. Dafür muss sie sich nicht in einen lilafarbenen Aerobic-Anzug packen. Aber weil es eben Madonna ist, bekommt sie auch immer sehr viel Aufmerksamkeit, wenn sie wieder etwas Neues macht. Die Erwartungen sind dann natürlich sehr hoch, dass es wieder etwas Besonderes sein muss. Ich würde mir aber auch nie anmaßen zu sagen, was Madonna macht, ist schlecht. Sie ist eine intelligente Frau und ist eine Künstlerin, und ich denke nicht, dass ich das beurteilen kann. Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie an Madonna ? Ich glaube, jede Person in meiner Generation hat in seinem Leben mal eine Romanze gehabt, zu der Madonna den Soundtrack geliefert hat. Ich war mal in einer Tanzgruppe, und wir haben uns von ihren Bewegungen viel abgeguckt. Die 90er waren für mich die wichtigste Zeit für meine Madonna. Als ich Teenager war. Sie war zwar in den Charts aber sie hatte immer etwas Neues. Ich fand die Erotica Phase sehr gut – die ich zwar erst später erlebt habe und die ich gar nicht so provokant fand. Songs wie "Deeper und Deeper" und "Human Nature" sind großartige Partysongs.
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Wie beurteilen Sie ihren Exhibitionismus? Ich finde, es hat immer gepasst und es sah immer gut aus, Sie hat provoziert aber wer hat ihr da nicht gerne zugesehen? Was finden Sie nicht gut an ihr? Sie vermittelt das Gefühl, dass sie auf Biegen und Brechen jung bleiben will und vielleicht wirkt das inzwischen etwas übertrieben. Sie muss niemandem etwas beweisen. Sie sind auch Sängerin – was halten Sie von Madonnas Stimme? Ihre Stimme hat sich komplett verändert. Man hört, dass sie zur Frau geworden ist in den letzten 20 bis 30 Jahren. Ich bin der Meinung, dass man nicht phantastisch gut singen muss um gute Musik zu machen. Ich finde es toll, dass sie mit einer gewöhnlichen Stimme so viel erreicht hat.Ist Madonna der größte Popstar aller Zeiten ? Auf jeden Fall. Weil sie so viele Phasen erlebt hat, so lange im Geschäft war und die Leute immer wieder überrascht hat. Madonna war ja für viele Künstler eine Inspiration. Viele weibliche Popstars und Modedesigner sagen, dass Madonna eine wichtige Phase in ihrem Leben war. Wer weiß, ob Britney Spears oder Christina Aguilera das erreicht hätten, wenn es Madonna nicht geben würde. Wenn Sie Madonna treffen würden, dann … …wäre ich sehr zurückhaltend. Und nervös. Wenn ich Leute treffe, die ich großartig finde, versuche ich meistens so mit ihnen umzugehen, als wäre es das Natürlichste von der Welt. Was hat Madonna für die Emanzipation der Frau getan? Wenn Sie nicht da gewesen wäre, wären einige Tabus sicherlich erst später gebrochen worden. Zum Beispiel der Spaß an der Verwandlung, die vielen Stil-Phasen, die sie mit ihrem Looks ausgedrückt hat, ermutigten viele Frauen und auch Schwule, dass man in verschiedene Rollen schlüpfen kann. Auch Madonnas Körperlichkeit und ihre selbstverständliche Freizügigkeit haben sicherlich viele Frauen ermutigt, ihren Körper so zu zeigen wie es ihnen gefällt. Wer ist Madonnas legitime Nachfolgerin ? Gwen Stefani, denn sie hat ja auch viel Freude an der Verkleidung, und die Musik steht nicht unbedingt im Vordergrund, sondern auch das Drumherum. Christina Aguilera von der Wandlungsfähigkeit. Ich bin kein Fan von ihr, aber stimmlich ist sie großartig und sie erfindet sich auch immer gerne neu. Was finden Sie peinlich bei Madonna? Diesen Auftritt bei den MTV Awards, als sie knutschend mit Britney Spears und Christina Aguilera auf der Bühne stand. Das war wie eine einstudierte Choreografie. Zu inszeniert, aber es hat gut funktioniert. Ist sie eher ein Vermarktungsstar als eine ernstzunehmende Musikerin? Wenn man auf ihre Karriere zurückblickt, hat sie schon immer etwas gefunden, womit sie Aufmerksamkeit erregen kann. Dafür hat sie ein sicheres Gespür und lag immer gut im Timing. Was mögen Sie an sich lieber als an Madonna ? Dass ich nicht so diszipliniert und streng mit mir bin. Ich glaube, dass sie sehr streng mit sich ist. Was wünschen Sie ihr zum 50. Geburtstag? Viele neue Inspirationen und Eingebungen, mit denen sie mich überraschen kann. Sie sollte auf keinen Fall aufhören. Ich hoffe, sie entdeckt noch viele neue Dinge und erhält sich ihre Neugier.