Anni Friesinger, 31, gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Eisschnelläuferinnen
Wann haben Sie Madonna zum ersten Mal bewusst wahrgenommen? Als ich gerade anfing, Musik zu hören. Die Zeit von "Like A Virgin" und "Papa Don’t Preach". Ich war damals in der Pubertät, da kam Madonnas Rebellion genau richtig. Damals habe ich auch rebelliert zu Hause: Wenn es da hieß, ich soll um zwölf zu Hause sein, war ich garantiert nicht um zwölf zu Hause.Was an Madonna hat Sie umgehauen? Für mich ist sie eine Stil-Ikone! Sie war immer ein Eyecatcher, sie hat provoziert, war ständig im Wandel und ist trotzdem auf ihrem Weg geblieben. Sie hat als charismatische Frau das Pop-Business so lange angeführt - dafür verdient sie höchsten Respekt. Das Einzige, was ich an Madonna nicht mag, sind ihre Anspielungen auf das Religiöse. Ich bin gläubig, deshalb gefällt mir das nicht. Davon abgesehen war Madonna für Sie immer ein Vorbild? Ich war schon früh ein großer Fan. In den 80ern habe ich mir die Madonna-Poster aus der Bravo ins Zimmer gehängt. Ein echtes Vorbild wurde sie, als ich Mitte 20 war. Da war sie für mich in Richtung Mode sehr wichtig. Ich habe mir noch 2006 diesen Leder-Blouson von Madonna nachgekauft. Ihren Look zu "Music" mochte auch ich sehr gern. Damals trug ich diese used Jeans und die taillierten Karo-Hemden. Aber das Gaultier-Outfit mit den spitzen Brustschalen habe ich dann doch nicht gekauft. Warum haben Sie sich für das Shooting den Look zu "Hung up" ausgesucht? Dieses Lied erinnert mich ganz stark an die Olympischen Spiele in Turin 2006. „Hung up“ haben wir beim Training rauf und runter gehört.
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Wäre Madonna aufgrund ihrer Disziplin eine gute Trainingspartnerin? Bestimmt. Ich finde den Körper von Madonna fantastisch! Und ich kann erahnen, wie viel Disziplin dahinter steckt. Ein Normalsterblicher kann einen solchen Körper gar nicht erreichen. Dazu muss man jeden Tag über Stunden ins Fitness-Studio gehen, braucht einen Personal Trainer und einen eigenen Koch. Wir Athleten kennen das ja: Unser Job ist es, den eigenen Körper zu formen. Deshalb kann ich nur sagen: Sie muss ein sehr kontrollierter Mensch sein, um so auszusehen wie sie aussieht.Ziehen Sie selbst Vergleiche zu Madonna? Ja, das macht man automatisch schon deshalb, weil sie und ich als Frau lange an der Spitze standen. Ich zwar nur im Sport, aber immerhin. Dazu braucht man Talent, aber vor allem steckt dahinter harte Arbeit. Ich möchte auch meinen eigenen Weg gehen, wie Madonna es vorlebt. Ich möchte zu dem stehen können, was ich mache und sage. Dadurch bin ich sicher nicht "Everybody’s Darling", aber das möchte ich auch gar nicht sein. Ist Madonna für Sie eine Vorreiterin bei der Emanzipation oder eher ein cleveres Sex-Objekt? Beides stimmt. Was sie macht, ist immer clever und karriereorientiert und sexy. Gleichzeitig will sie aber auch aufklären, fordert viel als Frau und setzt sich durch. Sie hat gezeigt, dass in einer Beziehung auch die Frau der starke Part sein kann. Es hat mir immer gefallen, bei der Entwicklung einer Frau wie Madonna zuzusehen. Wie sie auch Rückschläge erlitten hat, sich aufrappelte und dann wieder eine komplett neue Sache ausprobierte. Ich weiß, wie es ist, wenn man sich nach einer Niederlage wieder zusammenreißen muss. Da ist es schön, wenn es jemanden wie Madonna als Vorbild gibt. Mit fast 50 Jahren kleidet sich Madonnas immer noch sehr jung. Finden Sie genau das gut? Grundsätzlich soll sich jeder so kleiden wie er es will. Ich wünsche ihr aber trotzdem zum 50. Geburtstag, dass sie weniger Angst davor hat, älter zu werden. Das gehört dazu, das ist in Ordnung. Es ist ja auch ein unglaublicher Stress, wenn man mit 50 immer noch aussehen will wie mit 30. Sie wird ganz bestimmt auch mit 60 noch auf der Bühne stehen und Musik machen – auch wenn sie ein bisschen nachlässt in ihrer Disziplin. Gibt es etwas, das Sie gerne von Madonna hätten? Ihren Körper. Und natürlich ihren Kleiderschrank.