Partys für die oberen Zehntausend

Sie sind die Zeremonienmeister schillernder Nächte, ihre Gästelisten sind das Thermometer der Gesellschaft. Who’s hot, who’s not? Wir haben uns von den wichtigsten Eventmachern erklären lassen, wie das Geschäft mit den VIPs funktioniert – nur ums Feiern geht es dabei längst nicht

 

Am späten Vormittag steht der Russe vor Berlin. Diesmal allerdings in friedlicher Absicht. Ein Unternehmer aus Moskau fragt an, ob er ein paar Politiker, Industrielle und den einen oder anderen Chefredakteur kennenlernen darf. Nur die A-Klasse natürlich. Im Reich der Gräfin wird es für einen Moment hektisch. Rasch treibt Isa Gräfin von Hardenberg ihre Gefolgsleute zusammen, kurz und prägnant erteilt sie Anweisungen, Funken sprühen: Wer ist das, wo kommt er her, was hat er, und wie ist sein Leumund? Ein, zwei Telefonate und eine Internetrecherche später hat sich die Lage im vierten Stock des Charlottenburger Büros entspannt. Der Russe hat offenbar kein Imageproblem. Das ist gut. Er ist nicht auffällig geworden in seiner Heimat, der Russe tut nichts, der Russe will nur feiern und ein paar Leute treffen.

Und nachdem auch der Finanzexperte der Gräfin mit dem Kopf genickt hat („Bonität okay!“), darf er wohl bald persönlich vorstellig werden. Die Gräfin verzieht keine Miene, nur ihre Augen lächeln. Soll er seine Chance bekommen, sagen diese Augen, soll er halt ein paar hochrangige deutsche Politiker, mächtige Industrielle und einflussreiche Chefredakteure treffen und mit ihnen zu Abend essen. Sie wird das schon arrangieren. Im Kopf geht die Gräfin schon einmal die potenzielle Gästeliste durch. Die Gästeliste ist das Wichtigste. Immer. Die muss sitzen, die muss passen, da darf nichts wackeln und keine Luft sein für Animositäten und Hahnenkämpfe, nein, die richtige Zusammenstellung der Gästeliste, das sei, die Gräfin lächelt kapriziös: reine Magie! Aber das ist der Zauber von morgen.

Links zum ThemaSeite vorschlagen >
  • Schlagen Sie hier relevante und interessante weiterführende Inhalte zu diesem Artikel vor.

Erst einmal geht’s um Pragmatisches. Bonität okay: Vorkasse nicht nötig. Der Russe darf rein. Die frohe Botschaft wird per E-Mail übermittelt. In diesen Momenten wird irgendwo zwischen Moskau und Wladiwostok ein kurzes, zufriedenes Lächeln über das Gesicht eines russischen Entrepreneurs huschen. Er weiß, dass er seine Sache in gute Hände gelegt hat. Sein Plan, in Deutschland ein paar wirklich wichtige Leute kennenzulernen und dabei noch einen schicken Abend in einer glanzvollen Location zu erleben, dürfte aufgehen. Isa Gräfin von Hardenberg kennt jeden einflussreichen Menschen zwischen Potsdam und Charlottenburg, und, was für ihren Job nicht ganz unerheblich ist: Jeder kennt sie! Gräfin von Hardenberg gehört zu der Handvoll von Menschen in Deutschland, die Glamour und Geist auf Bestellung liefern und die aus einem armseligen Montag im März ein Ereignis machen können, von dem man am nächsten Tag in Kreisen des Adels, der Hochfinanz und des Showgeschäfts spricht.

Isa Gräfin von Hardenberg ist ein Event-Profi aus der Champions League. In ihrer Klasse spielen nur noch eine handverlesene Anzahl von Leuten in Deutschland: Andrea Schoeller und Alexandra von Rehlingen, Manfred Schmidt und Florian Jürgs – das wär’s auch schon. Mehr Mega-Partymacher gibt’s hier nicht, wobei schon diese Bezeichnung alle Beteiligten gequält aufstöhnen ließe. Die Fünferbande der First-Class-Events schafft Gesamtkunstwerke für eine Nacht, geschmackssichere Universen aus exquisiter Küche, originellem Dekor und einer raffinierten Gästeliste, die bei einem russischen Industriellen gerade mal anfängt und oft erst beim europäischen Hochadel endet – oder gleich in Hollywood. Egal ob Medientreff für ein Dax-notiertes Unternehmen, Charity-Dinner oder VIP-Hochzeit – meistens vergnügt sich auf diesen Festen mehr Prominenz als im gesamten Wochenprogramm der ARD, die „Tagesschau“ eingeschlossen. Stellt sich die Frage: Wie machen die das, was steckt dahinter und vor allem: Wie funktioniert das bloß mit diesen geheimnisvollen Gästelisten?

Hoch in den Bergen, im Hinterland von Barcelona, sitzt Manfred Schmidt in seiner Finca und telefoniert. Wenn das Handy ein olympisches Sportgerät wäre, dann hätten wir mit dem bulligen Schmidt schon eine Medaillenhoffnung für Peking 2008. Virtuos jongliert er mit mindestens zwei Mobiltelefonen gleichzeitig, fünf seiner kleinen Helferlein hat der stets schwarz gekleidete Schmidt immer in Reichweite. Schließlich muss er mindestens eine offene Leitung anbieten, denn es könnte ja Udo Jürgens dran sein, das Büro von Müntefering oder sogar eine wirklich wichtige Person der Zeitgeschichte, die es nicht goutiert, wenn der „Menschenversammler Schmidt“ (Capital) kein Ohr für ihn frei hat. Meistens hat er das, obwohl er gleichzeitig auch noch seine beiden BlackBerrys traktiert. Manfred Schmidt ist ein Kommunikationsgenie.

Es ist ein bisschen, als wenn man einer hoch entwickelten, interplanetaren Spezies bei der Arbeit zusieht: Gerade noch überzeugt er auf einer Leitung den Sprecher eines der größten Transportunternehmen der Welt, dass man jetzt in Sachen „Medientreff“ in die Puschen kommen müsse, wenn das anlässlich der nächsten WM in Südafrika noch was werden soll. Schon geht auf seinem BlackBerry per Pin ein Protokoll mit konkreten Anweisungen an sein Büro in Köln raus, was gerade besprochen und entschieden wurde – nahezu simultan.

Liebesgrüße aus Pullach

Burda, Lindholm, Furtwängler. Wer ist sie wirklich?

Lord Extra

Veuve Clicquot Yellow

Aus alt mach neu!

Kooperations-Party im Zegna Shop

Autoren & Fotografen September 2007

Was macht eine gute schweizer Geldanlage aus?

Die Schweiz ist bekannt für ihr strenges Bankgeheimnis und nach wie vor bel


Online einfach Bäume kaufen und liefern lassen

Viele Hausbesitzer haben vor ihrem Haus einen Garten angelegt und möchten d


Familien - Urlaub: Weihnachten als Gelegenheit

Jede Familie hat die Möglichkeit im Urlaub, Weihnachten in einem anderen L


Gebrauchte Stühle online oder beim Antiquitätenhändler

Oft findet man auf dem Flohmarkt das ein oder andere schöne, antike Stück.


Generation Scirocco

Der Wüstenwind, der eine frische Brise ist - das beliebte Coupé ist zurück


Ein Kurztrip der besonderen Art: im Zug nach Paris

Paris ist zu jeder Jahreszeit ein Reise wert. Neben dem Flugzeug wird auch