Die Schamlosen

Conrad Hilton schaffte ein Imperium – und vererbte fast nichts. Die Nachkommen sollten für sich selbst sorgen. Niemand vermarktet den Namen besser als Urenkelin Paris. Der amerikanische Star-Biograf Jerry Oppenheimer erzählt die Geschichte einer Familie, getrieben vom Ehrgeiz, zerrieben von Exzessen

 

Ihre erste CD schoss in die Musikcharts, das Lied „Stars Are Blind“ dudelte wochenlang im Radio, und ihr schlüpfriges Musikvideo flimmerte dazu unentwegt über die Fernsehschirme. Ihre aufgemotzte Technostimme schallte durch die Lautsprecherboxen der Clubs von New York bis Los Angeles, und mit ihrer Realityshow, den Filmauftritten, dem Schmuck, den Büchern, dem Parfum und den Nachtclubs machte sie Millionen. Im späten September dann beehrte Paris Hilton das Münchner Oktoberfest. Im selbstverständlich freizügigen Dirndl, tiefes Dekolleté und enges Mieder, sah sie mit ihren blonden Zöpfen wie die Wikinger-Ausgabe einer Barbiepuppe aus. Auch das wohlkalkuliert. Paris machte im Bier-deutschen Süden Werbung für Prosecco in Dosen mit dem treffenden Namen Rich. Und wie immer machte sie Werbung in eigener Sache. Die globale Hauptbotschaft: Ich, Paris Hilton. Die manchmal exhibitionistischen, immer aber schlagzeilenträchtigen Posen der Salonlöwin mit dem berühmten Namen sind mehr als nur selbstverliebte blonde Ambition. Paris Hilton muss sich ihren Lebensunterhalt tatsächlich verdienen.

Links zum ThemaSeite vorschlagen >
  • Schlagen Sie hier relevante und interessante weiterführende Inhalte zu diesem Artikel vor.


Auch wenn das in der Öffentlichkeit immer wieder gern verbreitet wird: Das berühmteste Luder der Welt wird nicht Hunderte Millionen Dollar erben. Der Großteil des Hilton-Vermögens ging in eine Stiftung, die ihr Urgroßvater bereits vor Jahrzehnten gründete. Eine Stiftung, die die Mühsamen, Beladenen und Zukurzgekommenen der amerikanischen Gesellschaft unterstützt. All jene, die nicht profitieren vom pursuit of happiness. Paris’ größtes Erbe ist der Name Hilton. Ein Erbe mit Last. Die Geschichte der Hiltons, der berühmtesten Hoteliersfamilie der Welt, ist eine Geschichte, wie es sie selbst in den USA nur selten gibt. Sie handelt von Geld und Glamour. Von Träumen und Tragik. Von Ehrgeiz und Exzessen. Von schönen Frauen und reichen Männern. Von Stolz und Suff. Von Visionen und Verschwendung. Von Liebe und Liebschaften. Von Macht und, ja auch: Moral. Und ganz viel vom Erfolg.

Es ist eine Geschichte, die beginnt mit dem Patriarchen Conrad Nicholson Hilton, dem Gründer der Dynastie: Der Mann, der das Waldorf Hotel in New York kaufte, ein Weltimperium aufbaute – und so klein und armselig angefangen hatte: mit einem heruntergekommenen Schuppen in einem verstaubten texanischen Kaff. Conrad Nicholson war der exzentrische Träumer, der während der großen Wirtschaftskrise in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Kette von Hotels für Geschäftsleute aufbaute, während andere sich von Wolkenkratzern stürzten. Bei der ersten Mondlandung 1969 erklärte Conrad, dass er ein Hotel im Weltall bauen würde, das Lunar Hilton.

Conrad Hilton, geboren am ersten Weihnachtstag 1887, stammte aus einfachen Verhältnissen. Er wuchs auf als eines von acht Kindern, vier Jungen und vier Mädchen, in der Provinz des Wüstenstaates New Mexico. Seine Mutter, Mary Laufersweiler-Hilton, war eine äußerst dominante und fromme Katholikin, deren Vater aus Deutschland stammte. Connie, stets das Lieblingskind der Mutter, sollte sein Leben lang eine enge Beziehung zu ihr pflegen. Später nannte er sie „die wunderbarste Frau, die ich gekannt habe“. Und: „die stattlichste“. Zufall nur, dass zwei der drei Frauen, die er später heiraten würde, wie seine Mutter auch Mary hießen?

Wie Mutter Mary hatte auch Conrad eine starke Affinität zu Deutschland. Seine zweite Ehefrau, Zsa Zsa Gabor, die vor den Nazis in Europa flüchten musste, schrieb in ihren Memoiren: „Geld war Conrads Gott und die Überlegenheit der weißen Rasse. Nicht nur Katholizismus schien seine Religion zu sein.“ Zsa Zsa Gabor schrieb auch, dass Conrad zu „nationalsozialistischen Tendenzen“ geneigt habe und dass einer seiner Lieblingsdiener während des Zweiten Weltkrieges Gauleiter gewesen sei. Einmal, sagte sie, habe sie Conrad anderen Gästen versehentlich als „meinen Ehemann, Conrad Hitler“ vorgestellt. Was schallendes Gelächter auslöste.


Conrad Hilton selbst wiederum empfand sich als durch und durch amerikanisch. Im Ersten Weltkrieg diente er als Offizier in der US-Armee und war später einer der engsten Freunde von Präsident Dwight D. Eisenhower. Während des Kalten Krieges hielt er patriotische Reden, in denen er die „rote Pest“ geißelte. Er schrieb sogar ein Gedicht: „Amerika auf den Knien“, ein schmalziges Elaborat, das in der Presse dennoch gefeiert wurde. Er tat das alles aus ideologischen und unternehmerischen Gründen. Als überzeugter Antikommunist unterhielt Hilton beste Verbindungen ins Weiße Haus. Und mit anderen Staatschefs, die er brauchte. Conrad Hilton baute schließlich überall auf der Welt. In vielen Ländern, auch im Nachkriegsdeutschland, galten Hilton-Hotels als die prunkvollsten und besten am Platz. Sie waren zugleich aber prowestliche Propagandamaschinen und wurden während des Kalten Krieges zuweilen gar als inoffizielle Geheimdienstzentralen benutzt.

Ein Familienmitglied sagte später: „Connie tat, was auch immer Washington ihm auftrug.“ Wenn er seinen Hang zum Katholizismus und seine Zuneigung zu Deutschland von seiner Mutter hatte, so kam sein Sinn für das Geschäftliche von seinem norwegischen Vater Augustus Halvorsen Hilton. Der zeigte wenig Interesse an Religion. Sein Gott war der Dollar. Conrad Nicholson Hilton charakterisierte seinen Vater als einen „Wikinger von einem Mann mit einem Übermaß an Energie“. Es sollte jedoch der Sohn sein, der noch mehr Tatkraft, Ehrgeiz und Weitblick entwickeln würde.

Ick sach ma SCHALOM

Das war die perfekte Welle

Autoren & Fotografen Oktober 2007

Diese Berlusconis

Mont Blanc meets PARK AVENUE

Pieterchens Mondfahrt

Des isch Glück

Kinderurlaub im Schwarzwald mit zahlreichen Aktivitäten

Der Schwarzwald ist ein Mittelgebirge in Südwestdeutschland und liegt unmit


Korsika: Ferienhaus auf dem Bauernhof für den Urlaub

Wer Ferien machen will, hat große Auswahl für eine passende Unterkunft in K


Flyer entwerfen: professionell oder in Eigenregie

Wer einen Flyer entwerfen möchte, der benötigt die entsprechende Bildbearbe


Halloween at Cavallis

Sieger des Halloween-Kostümwettbewerbs 2007: Roberto Cavalli. Der Gastgeber


Die gesunde Wärmegewinnung durch Infrarot Heizung

Eine Infrarot Heizung ist wunderbar, denn wo ihre Strahlen auf den Körper t


Vietnam Rundreise: Paradies für Individualtouristen

Wer ein landschaftlich und kulturell reizvolles, aber touristisch noch weni


Progressive Einkommensteuer und ihre Funktionsweise

Die Steuerprogression ist in Deutschland bei der Einkommensteuer anzutreffe