Maria Shriver
Etwas gegen ARNOLD SCHWARZENEGGER zu haben ist so einfach, wie vom Stuhl zu fallen. MARIA SHRIVER aber haut einen wirklich um: So humorvoll, wie sich die Gattin des Gouverneurs und Nichte von JOHN F. KENNEDY für Emanzipation einsetzt, begeistert sie sogar Kerle mit geistigem Doppelkinn
Es ist früher Nachmittag, Maria Shriver, 52, sitzt im dritten Stock des Westin Hotels in Long Beach auf einem Fenstersims und sieht aus wie eine all-american-Mutti, die gleich zum Tennistraining geht. Die First Lady von Kalifornien trägt Jeans, Pferdeschwanz und ein lila T-Shirt. An ihren Füßen rosa Nikes, die sie immer dann anzieht, wenn sie Maria sein will, nicht die „Frau von…“ oder die JFK-Nichte. Als Fernsehjournalistin weiß sie um die Bedeutung von Details. Ihre Antworten kommen ohne Ähs und Hms. Bis jetzt war sie gut gelaunt.
Tut sie nicht.
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Die Sonnenstrahlen tanzen durch den Flaum von Maria Shrivers Gesicht, ihre markanten Wangenknochen werfen Schatten. Draußen im Hafen verladen die Kräne Container. In Long Beach wohnen Arbeiter und Schwarze, zum Großteil schwarze Arbeiter. Der bekannteste Sohn der Gemeinde ist der Rapper Snoop Dogg. Er residiert schon lange in Hollywood, was viel weiter weg scheint als die eine Stunde Fahrt Richtung Norden. Auch die Familie Shriver/Schwarzenegger wohnt nördlich, in Brentwood, einem teuren Viertel von Los Angeles. Am nächsten Tag wird Maria Shriver im Convention Center auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Hotel die größte Frauenkonferenz der Welt veranstalten, mit 14000 Frauen und 300 Journalisten. Sie hat Long Beach gewählt, nicht Hollywood oder Beverly Hills. Es geht ihr um echte Frauen mit echtem Alltag und echten Problemen. Glamour muss draußen bleiben. Vor zwei Stunden hat sie den Spielplatz einer Schule eingeweiht, hat sich auf eine Sandburg gestellt und geredet, bis die Kinder und Lehrer, die am unteren Drittel des amerikanischen Traums leben, das Gefühl hatten, dass endlich jemand da ist für sie. Am Ende haben alle zusammen „Guantanamera“ gesungen. Maria Shriver konnte den Text nicht, hat aber gelacht. Für das Mittagessen war keine Zeit. Am Abend gibt sie einen Empfang für die Ehrengäste. Ein weißes Armani-Kostüm wartet und unbequeme Pumps. Und bevor die Zehen rot lackiert werden, muss noch mit diesem Kerl aus Germany gesprochen werden.
