Sankt Pauli

Eine mit roten Haaren könnte die CSU ja noch verkraften, aber eine mit Rückgrat? Und, Herrschaften, es kommt noch ärger: Hier zeigt GABRIELE PAULI, dass jede starke Frau auch so aussehen kann. Da schau her, Edmund!

 

Dass sie den Kopf höher halten soll, muss unser Fotograf ihr nur ein Mal sagen.Nichts lieber als das. Soll nur jeder sehen, dass sie sich nicht kleinkriegen lässt, nicht von ein paar Hundert besoffenen Kerlen. Wie ein Model dreht und wendet sie sich auf abenteuerlich hohen Absätzen, lächelt leise triumphierend. Bald wird sie das bodenlange Seidenkleid eintauschen gegen einen goldenen Stretchmini, dann schwarze Latexhandschuhe überstreifen. Sie weiß, diese Bilder werden für Wirbel sorgen, sollen sie auch. Manche Medienberater hätten ihr die Aufnahmen sicher gern ausgeredet. Aber die hätten sicher auch die Erklärung verhindern wollen, die sie wenige Tage später ins Internet stellt: dass sie nicht wieder als Landrätin kandidiere, gern aber ein „höheres politisches Amt“ einnehmen wolle.

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Dass sie sich auch ganz neue Wege vorstellen könne, offen sei für Angebote aus der Wirtschaft.
Ein Sinneswandel, von dem nichts zu ahnen ist, als wir uns zum Fototermin in München treffen. Im Gegenteil. Da sagt Gabriele Pauli mit fester Stimme, sie könne sich eine Karriere jenseits der Politik niemals vorstellen. Auch keine außerhalb der CSU. Und Landrätin bleibe sie. Es ist der Morgen nach dem Passauer Stammtischgetöse, der Morgen, nachdem Personenschützer die Fürther Landrätin vor ihren Parteifreunden in Sicherheit bringen mussten, durch den Hinterausgang. Sie hat nicht gut geschlafen, brauche gutes Augen-Make-up, hat sie gleich bei unserer Begrüßung erzählt. Fast erstaunt, denn bisher, so sagt sie, habe sie alles locker weggesteckt, auch die Angriffe auf ihrer Website, die in den letzten Wochen immer massiver geworden waren: Verräterin, Königsmörderin, Nestbeschmutzerin, Egoziege, pfui, pfui, pfui. Es hat sie nie in den Schlaf verfolgt, sagt sie. Nun also doch. Oder, schiebt sie hinterher, vielleicht seien es doch nur die Katzen gewesen, die in der Nacht laut vor ihrem Fenster miaut hätten. Oder die Aufregung vor unserm Fotoshooting, so etwas hat sie noch nie gemacht. Kurzfristig abzusagen sei ihr nicht in den Sinn gekommen. Nein, warum? Darauf habe sie sich schließlich seit Langem gefreut. „Und jetzt ist es genau das richtige Kontrastprogramm.“

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