Das hört man gern
MIRIAM VLAMING malt, will aber keine Künstlerin sein
MIRIAM VLAMING vereint, hat Arno Rink, einst Professor an der HGB Leipzig über seine ehemalige Meisterschülerin gesagt, die Naivität eines Kindes mit dem Misstrauen einer Erwachsenen.Tatsächlich wirkt die hochgewachsene 37-Jährige ebenso mädchenhaft wie ernst und nachdenklich. Zwei Pole, zwischen denen sich auch die großformatigen Arbeiten der Wahlberlinerin bewegen: Miriam Vlamings Bilder zeigen Landschaften, Räume und Figuren, die auf den ersten Blick idyllisch wirken, aber gleichzeitig melancholisch sind und verstörend. Meist dienen ihr Fotos als Vorlage, die sie zunächst mit Eitemperafarbe auf die Leinwand überträgt, um sie anschließend zu übermalen und zu verfremden.
- Schlagen Sie hier relevante und interessante weiterführende Inhalte zu diesem Artikel vor.
Dabei rückt sie ihren Bildern auch schon einmal mit einem Duschkopf zu Leibe und wäscht Teile der vorher aufgetragenen Farbschichten wieder herunter:
"Ich mag es, wenn sich das Gegenständliche in Abstraktion auflöst", sagt sie. Miriam Vlaming wuchs in Düsseldorf-Holthausen auf und studierte an der Heinrich-Heine-Universität Pädagogik.
"Besser, als zu Hause rumzuhängen", sagt sie.
Der Traum von der Malerei ließ sich zunächst schwierig an: Bevor sie 1994 an der Hochschule in Leipzig angenommen wurde, hatte ihr die Kunstakademie in Düsseldorf eine Abfuhr erteilt.
Ein Glücksfall, sagt die Malerin, die nebenbei in einer Punkband singt und Gitarre spielt, heute.
"In Leipzig wurde sehr viel Wert auf das Handwerk gelegt, da haben die Studenten sich als Maler oder Fotografen verstanden.
In Düsseldorf wollte jeder abstrakt arbeiten und in erster Linie Künstler sein." Dieses versnobte Selbstverständnis ist ihr bis heute fremd.
Beweistermin: ihre Werkschau "You promised me" in der Kunsthalle Mannheim (27.
September 2008 bis 1.
Februar 2009)
www.kunsthalle-mannheim.com
