Nicht nur Tapete
Kurzes Gespräch mit ANATOLE TAUBMAN, der im neuen Bond nun doch einen Bösewicht spielt
Man kann nicht behaupten, der Schweizer Schauspieler ANATOLE TAUBMAN habe Demut mit Esslöffeln gegessen. Der Mann von Welt – er wurde in Zürich geboren, lebte in London, lernte die Schauspielerei in New York – trat schon mal eine Rolle in einem James-Bond-Film in die Tonne: In "Casino Royale" sollte Taubman einen boshaften Croupier geben. "Zu eindimensional", ließ er den Produzenten ausrichten. Doch nun, im aktuellen Bond "Ein Quantum Trost", ist er doch dabei. Ein paar Fragen an einen Herrn, der offenbar genau weiß, was er nicht will. Nun also doch: Sie werden ein Mitglied der großen, weltumspannenden Bond-Familie.
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War es eine schwere Entscheidung, Herr Taubman? Ich habe mir wirklich sehr genau überlegt, ob ich das machen will. Bond ist eine Weltmarke, klar. Auf der anderen Seite wollte ich auch nicht nur eine Tapete sein. Ich hatte andere Angebote, die von den Rollen her viel spannender gewesen wären. Wer oder was hat Sie umgestimmt? Marc Foster, der Regisseur. Ich habe mich mit ihm zusammengesetzt, und wir haben uns entschlossen, dass wir aus dieser Tapete einen Glam- Rock-Freak machen wollen. Zufrieden mit dem Ergebnis? Auf jeden Fall. Elvis ist ein schillernder, frankophiler Bösewicht. Groß, laut und ineffizient. Haben Sie nun Angst vor dem Böser-Bube-Bond-Image? Ach, ich glau be nicht, dass ich durch die Rolle stigmatisiert bin. Und der Rosamunde-Pilcher- Lover-Typ bin ich ohnehin nicht, eher der facettenreiche Gegenspieler mit Borderline- Persönlichkeit. Negative Figuren zu spielen finde ich einfach spannender
