Ein wildes Musikerleben: Lou Reed

Mit „Walk On The Wildside“ veröffentlichte Lou Reed 1972 einen der wichtigsten Klassiker der Rock Musik. Zuvor hatte er schon mit der Band Velvet Underground Musikgeschichte geschrieben.

Lou Reed erblickte 1942 in Brooklyn das Licht der Welt. Aufgrund seines rebellischen Wesens schickten ihn seine Eltern als Jugendlichen zu einem Psychiater, der ihn mit Elektroschocks malträtierte. 1960 gelang es ihm, seinem verständnislosen Elternhaus zu entfliehen. Reed nahm ein Englischstudium an der Syracuse Universität auf, das er mit Erfolg absolvierte.

Seine musikalische Karriere begann 1965 mit der Formation von Velvet Underground. Die Avantgarde Band aus dem Dunstkreis des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol war ihrer Zeit weit voraus und gilt heute als Vorläufer des Punk und Indie Rocks. Ihr Debütalbum mit dem extravaganten Andy-Warhol-Bananencover „The Velvet Underground & Nico“ zählt noch heute zu den wichtigsten LPs der Musikgeschichte.

Seinen größten kommerziellen Erfolg erzielte Lou Reed mit der Single Auskopplung „Walk On The Wild Side“ aus seinem von David Bowie produzierten 1972er Solo-Album „Transformer“. Der Text des Songs spiegelt Reeds Einstellung zum Leben, das in seinen jungen Jahren oft von Zügellosigkeit und Ausschweifung geprägt war, perfekt wider.

Bis wenige Jahre vor seinem Tod im Jahr 2013 veröffentlichte Lou Reed regelmäßig Platten. Zwar gelang ihm kein weiterer großer Hit mehr, aber das war auch gar nicht sein Ziel. Stattdessen schuf er Musik von hohem künstlerischen Wert. In den Achtziger Jahren wandte sich Lou Reed zunehmend vom Leben auf der Überholspur ab und gründete ein Thai-Chi-Studio. Neben der Musik widmete er sich weiteren künstlerischen Tätigkeiten wie der Fotografie und dem Kino. Herausragend ist beispielsweise seine Zusammenarbeit mit Regisseur Jim Jarmusch.