Der Sofaüberwurf: Krümelmonster oder cooles Accessoire?

Vom piefigen Relikt aus Omas Zeiten zum trendigen Gestaltungselement: Der Sofaüberwurf macht eine zweite Kariere, denn er ist ein wahrer Zauberkünstler, wenn es darum geht, einem Raum ein neues Gesicht zu geben.

 

Von Omas Schondeckchen-Heim haben wir uns schon lange verabschiedet. Vorbei sind die Zeiten, als Sofas und Sessel fast das ganze Jahr unter weißen Tüchern ihr Dasein fristeten, weil die „gute Stube“ nur benutzt werden durfte, wenn sich hoher Besuch ankündigte. Dennoch hat merkwürdigerweise der Sofaüberwurf überlebt und ist noch in vielen Haushalten zu finden.

Er ist ja auch gar nicht so unpraktisch. Man darf darauf krümeln, man kann ungeniert die Füße hochlegen (die Schuhe sollte man allerdings vorher ausziehen), sogar der Hund darf mit auf die Couch. Und selbst wenn Bello ein paar Haare verliert, ist das halb so schlimm, denn das Sofa bekommt ja nichts ab. Auch ein Brandloch von der Zigarette ist keine Katastrophe, die gleich die Anschaffung eines neuen Sofas notwendig macht, denn den Bezug kann man vergleichsweise preisgünstig auswechseln. Warum also ist der Überzieher so in Verruf geraten? Hauptgrund dürfte die veränderte Einstellung zum Mobiliar sein. Heute sind Möbel keine Stücke fürs Leben mehr – man richtet sich, sofern man es sich leisten kann, alle paar Jahre teilweise oder ganz neu ein. Denn ebenso wie die Kleidung unterliegt auch die Einrichtung dem Zeitgeschmack. Wer hingebungsvoll seine Möbel schont, erweckt schnell den Eindruck, er könne sich keine Neuen leisten – und wer will schon als armer Schlucker oder Geizhals dastehen?

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Dennoch hat der Sofaüberwurf es nicht verdient, so mit Verachtung gestraft zu werden, denn er ist, gemeinsam mit anderen Heimtextilien und Farben, ein wahrer Zauberkünstler, der einem Raum im Handumdrehen eine neue Atmosphäre verleihen kann. Ein Tapetenwechsel, andere Vorhänge und ein darauf abgestimmter Sofaüberwurf - und schon wird aus einem kühl wirkenden Raum ein kuscheliges Wohlfühl-Zimmer. Es soll sogar Leute geben, die ihre Räume jeweils der Jahreszeit entsprechend gestalten und genau nach Kalender zwischen Sommer- und Winter-Ambiente abwechseln. Im Frühjahr und Sommer sind helle, zarte Farben und leichte Stoffe angesagt, im Herbst und Winter gedeckte Töne und schwere, warme Stoffe. Solche Verwandlungen lassen sich mit Hilfe von einer neuen Sofadecke unkompliziert und preisgünstig bewerkstelligen.

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