DAS BUNT FÜRS LEBEN

Fröhlich währt am längsten: Vor 60 Jahren erfand Emilio Pucci einen Modestil, der Regenbogenlaune macht

 

Man geht nicht über diese Wiesen, man lustwandelt. Man könnte die Tage zwischen sanft geschwungenen Hügeln verträumen, Geld spielt auch keine Rolle, doch wie so oft im Leben fehlt zum Paradies der einzig wichtige Schlüssel: die Zeit. Laudomia Pucci di Barsento weiß, was sie am Garten ihres toskanischen Landgutes Granaiolo hat, genießen kann sie es selten, bestenfalls ihre Wochenenden verbringt sie auf Granaiolo. Ansonsten steht das Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert leer, denn sie pendelt zwischen Florenz und Rom, wo sie mit Ehemann Alessandro Castellano und den drei Kindern lebt. Getreu der italienischen Maxime, „in Florenz wird gearbeitet, in Rom gelebt“, ist sie meist in der toskanischen Hauptstadt – sie hat schließlich ein Erbe zu verwalten.

Links zum ThemaSeite vorschlagen >
  • Schlagen Sie hier relevante und interessante weiterführende Inhalte zu diesem Artikel vor.

Mode ist ein Kinderspiel Die Marchesa Laudomia Pucci ist Tochter des legendären italienischen Designers Emilio Pucci. Seit ihr Vater 1992 starb, führt sie das Label, das in den 60er-Jahren den Jetset mit Sex-Appeal ausstattete und seit einigen Jahren wieder zu den Fixsternen am Modefirmament zählt. Die 46-Jährige ist Image-Direktorin der Marke, und wenn sie nicht im Firmenstammsitz arbeitet, dem Palazzo Pucci am Domplatz, reist sie als Botschafterin des Hauses um die Welt und pflegt das Pucci-Image, denn: „Ich kann ja wohl am besten sagen, was Pucci ist und was nicht.“

Zuerst war die Mode für sie ein Kinderspiel: Laudomia Pucci wuchs im dritten Stock des jahrhundertealten Palastes auf, sie tobte über die Marmorböden des Tanzsaales, über die einst Päpste und Könige geschritten waren und jetzt die schönsten Models liefen. „Ich kannte die Schneiderinnen, manchmal war ich bei den Schauen dabei. Aber ich nahm nur am Rande wahr, was mein Vater wirklich machte.“
Was es hieß, eine Pucci zu sein, begriff sie zum ersten Mal mit 15. Da wurde sie plötzlich nach Frankreich geschickt, auf eine Schule in der Normandie. Zu Hause waren die Zeiten unsicher geworden. Glianni del piombo, die Jahre des Bleis, hatten sich über Italien gesenkt, die Roten Brigaden beherrschten die Schlagzeilen, Entführungen waren Gesprächsthema auch bei den Puccis geworden. Ihren älteren Bruder Alessandro hatten die Eltern bereits in die Schweiz geschickt, nun musste auch sie in die sichere Ferne. Denn Vater Emilio gehörte nicht nur zum Geldadel, er repräsentierte auch die konservative Partito Liberale im Parlament.

Laudomia blieb drei Jahre in Frankreich, studierte dann in Rom und ging, wenn sie an den Wochenenden nach Florenz fuhr, dem Vater zur Hand. „Ich habe seinen Kundinnen die Tür geöffnet, ihm beim Fitting geholfen, ich half beim Verkauf, suchte mit ihm Farben aus.“ Doch sie will Erfahrungen sammeln. In Paris kümmert sie sich bei Hubert de Givenchy um die Stoffproduktion für die Prêt-à-porter-Kollektion. Hubert, sagt sie, sei damals „zu einem zweiten Vater geworden“.

Wer hat mehr Stil? Mit 27 kehrte sie nach Italien zurück: „Für uns Italiener ist das Familiengeschäft eine heilige Angelegenheit.“ Auch Bruder Alessandro arbeitete längst im Clan mit; er sorgte für die Werbekampagnen und die Finanzen. War ihr nie nach Rebellion? Doch, sagt sie, aber die hat sie – typisch Pucci eben – über die Farbe ausgetobt. „Ich trug nur noch Schwarz. Dazu monströse 80er-Jahre-Schulterpolster. Ganz und gar nicht, was mein Vater für stilvoll hielt.“ Wer von Mode und Stil mehr verstand, Vater oder Tochter, zeigte sich 1987. Da schneiderte Emilio bunte Catsuits, und Laudomia fragte ihn ungläubig, ob er ernsthaft denke, nur eine einzige Frau würde diese Dinger freiwillig anziehen. „Mein Vater antwortete: ‚Das werden sie, wie kannst du das nicht verstehen?‘ Ein paar Monate später waren Catsuits der letzte Schrei.“ Auf eine Art sei ihr Vater jünger gewesen als sie selbst, sagt Laudomia. „Er umgab sich gern mit jungen Leuten, und er war sehr kommunikativ.“

Der Highheel-Himmel von Nicholas Kirkwood

Das Geisterhaus

Zwischen HIMMEL und ERDE

Ausstellung: VIKTOR & ROLF

PLÖTZLICH AMY

Interview

Wilder Frühling

2009  2010  2011  2012 
Ist die Siemens Aktie immer eine sichere Anlage?

Wer möglichst schnell sein Geld vermehren möchte, greift oft zu Aktien. An


Was ist zu beachten, wenn man einen Baum fällen will?

Will man einen Baum fällen, dann gibt es einige Erfordernisse, die man berü


Gebrauchte Blasformmaschinen sind meist preiswerter

Gerade Existenzgründer müssen zunächst die Kosten im Blick behalten. Wer si


Buchtipp: Liebeslänglich

Ein Arztbesuch mit Folgen: Im Wartezimmer lernt die pragmatische Lehrerin M


Mode à la Art

Nervös wie ein Pudel, so ist sie, die Modewelt. Um ihr Nervenkostüm zu beru


Hochwertige Immobilien: Bodensee Uferlage sehr begehrt

Wohnen mit Blick auf den Bodensee und dem dahinterliegenden Alpenpanorama i