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Jugendwahn? Nein danke! Die JEANS von heute sind von gestern. Jede Naht erzählt eine Geschichte
Um es mit dem guten alten Goethe zu sagen: „Das Beste[,] was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt.“ Ein Ausblick auf die indigofarbenen Hosen der kommenden Saison und Goethes Weitblick bewährt sich erneut, denn bei Jeans gilt: Je historischer der Denim, desto gegenwärtiger die Gegenwart.
So präsentiert Levi’s mit der „XX First Blue Jean“ eine detailgetreue Reproduktion der einzig erhaltenen Jeans von 1873.
Und Wrangler setzt mit der „Blue Bell“- Kollektion auf die ursprünglichen Schnitte ihres kauzigen Rodeo-Schneiders Ben Lichtenstein aus den 1940er-Jahren.
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Pierre Morisset, G-Star-Chefdesigner und selbst Besitzer eines Archivs Hunderter alter Jeans, antwortete auf die Frage, wie viel Authentizität in den Vintage-Kollektionen steckt: „Es geht dabei um die Intention.
Wenn eine Jeans mit der leidenschaftlichen Absicht gemacht wird, ein großartiges Produkt zu entwerfen, ist sie authentisch.“
Doch nicht nur die Traditionsmarken überziehen ihre Ware mit einer Portion Patina.
Weil er mit dem massenproduzierten Denim unzufrieden war, begann Evisu-Gründer Hidehiko Yamane schon 1991 damit, hochwertigen Selvage Denim auf antiken Webstühlen herzustellen.
Das untrüglichste Vintage-Merkmal dafür ist die weiße Webkante (Selvage) am Innenbein, die aufgrund der schmaleren Stoffbreite nicht abgeschnitten wird.
A.P.C.
hingegen verfolgt auf der Zeitzeichenjagd eine andere Strategie: Zwei Jahre wird die Jeans von einem Butler getragen, dann gereinigt und schließlich inklusive Sitzfalten, Scheuerflecken und größtmöglicher Einzigartigkeit verkauft.
„Otaku“ nennen japanische Jeanssammler diese Hingabe an Details.
Doch Otaku bedeutet nicht nur Nostalgie, sondern auch die Vorfreude auf alles, was uns an blauen Wundern noch erwarten mag.
