So ist Paris
Typisch französisch und wunderbar melancholisch. Mit einem Starensemble bekennt Cédric Klapisch seine Liebe zu Paris
Was, schon wieder ein Film über Paris? Wurde über die Stadt der Liebe, der Mode und der üblen Laune nicht schon genug erzählt? Tja, offensichtlich nicht, sonst hätte Cédric Klapisch, einer der erfolgreichsten Regisseure Frankreichs – in der Heimat des quasi absoluten Autorenfilms zwar als etwas zu massentauglich verschrien – sich wohl kaum die Mühe gemacht, eine weitere von gefühlten 100en Hommages an die Hauptstadt zu drehen. Seine Liebesbekundung ist schlicht und lautet „So ist Paris“.
Gerade will man das erste Gähnen unterdrücken... doch, oh là là, beeindruckend das Ensemble, das der Regisseur vom Kinoerfolg „L’auberge espagnol“ da für seinen Film zusammentrommeln konnte: Juliette Binoche, der schon aus früheren Klapisch-Filmen bekannte Romain Duris, Newcomerin Mélanie Laurent, Fabrice Lucchini, Albert Dupontel. Frankreichs beste Schauspielerriege eben. Na so verschrien kann Monsieur Klapisch also doch nicht sein.
Bei einem solchen Cast verwundert es nicht, dass „So ist Paris“ selbstverständlich keine Geschichte über eine Stadt, sondern über seine Bewohner ist. Zehn Figuren unterschiedlicher Herkunft und Milieus, darunter ein ehemaliger Tänzer, eine Bäckerin, eine Sozialarbeiterin, ein Gemüsehändler und ein Uniprofessor, kämpfen sich durch ihren mehr oder minder trivialen Alltag. Kaleidoskopartig wird das Leben, Lieben und Leiden der so verschiedenen Pariser beschrieben, deren Wege sich wie zufällig kreuzen und wieder trennen. Es sind kleine Geschichten, kurze Einblicke, und man verlässt die Figuren ebenso unvermittelt, wie man ihnen begegnet ist – ein typisch französischer und wunderbar melancholischer Episodenfilm.
So hat Klapisch recht behalten: Paris hat man nie genug gesehen. Und vor allem nie genug gesehen hat man die großartige Juliette Binoche, der Klapisch die Rolle der Sozialarbeiterin Élise auf den Leib geschrieben hat und für die wir nicht müde werden, noch jede weitere Hommage an Paris zu sehen und zu lieben.
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Regie: Cédric Klapisch
Drehbuch: Cédric Klapisch
Darsteller: Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Lucchini, Albert Dupontel, Mélanie Laurent u.v.m.
Filmstart: 17.07.2008
Laufzeit: 129 Minuten
Tragikomödie
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