Married Life
Eine glückliche Ehe, eine verwitwete Blondine, der beste Freund und ein toter Hund. Die Zutaten zu Ira Sachs' neuem Film Married Life
Mit allem hat Richard Langley (Pierce Brosnan) gerechnet, als sein bester Freund Harry Allen (Chris Cooper) ihn zu einem Gespräch in ein Restaurant lädt, nur nicht damit: Harry hat sich in eine wesentlich jüngere Frau namens Kay (Rachel McAdams) verliebt und möchte von nun an sein Leben mit ihr teilen.Problem nur, dass er verheiratet ist und aus Loyalität seine Frau Pat (Patricia Clarkson) niemals verlassen würde.
Auch in den folgenden Tagen und Wochen kann Harry keine Entscheidung treffen: Hin- und hergerissen zwischen der jungen Blondine und seiner Ehefrau sucht er weiter verzweifelt nach einem Ausweg.
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Währenddessen macht sich sein wohlgemerkt bester Freund Richard heimlich an Kay ran.
Doch die Lösung aller Probleme scheint gefunden, als Harry bei einem nächtlichen Zusammentreffen mit einem Tramper eine Eingebung hat: Er muss einfach seine Gattin töten, um ihr die Qualen einer Trennung zu ersparen – nahe liegend oder? Was ihm im ersten Moment als einfache Lösung seines Dilemmas erscheint, entpuppt sich im Verlauf der Geschichte doch als schwieriges Unterfangen.
Married Life ist bereits der dritte Spielfilm des Independet-Filmemachers Ira Sachs.
Seiner Affinität für die 40er und 50er Jahre lässt er in diesem Film freien Lauf: der Film spielt 1949, die Kostüme entsprechen detailgetreu dem historischen Setting und der von Pierce Brosnan gesprochene Erzähler aus dem Off verleiht dem Film einen Hauch von Film Noir.
Sachs schafft es, die Probleme von Freundschaft, Ehe und Liebe in einer schwarzen Komödie zu vereinen, ohne die Tragik und Tiefe der einzelnen Figuren zu vernachlässigen.
Das hat er nicht zuletzt seinem ausgezeichneten Cast zu verdanken:
Der Oscar-prämierte Chris Cooper verkörpert den treulosen Harry Allan derart mitreißend, dass man sich immer wieder dabei erwischt, seine Mordgedanken schon fast ehrenhaft und selbstlos zu finden.
Auch Patricia Clarkson füllt die Rolle der Ehefrau Pat zwischen Magenproblemen und hysterischem Anfall mehr als aus.
Rachel McAdams spielt die Unberührbare und scheint dem Jahr 1949 geradezu entsprungen.
Doch das Sahnebonbon des Films ist Ex-Bond Pierce Brosnan, der Erzähler und Charmebolzen der Geschichte. Er, dessen Filmrolle eigentlich eine der miesesten Intrigen abliefert, verkauft diese mit seinem altbekannten Charme, ohne überzogen zu wirken und vor allem ohne die Verletzlichkeit seiner Figur Richard einzubüßen.
Sachs selber möchte nicht, dass das Publikum zu kopflastig an den Film herangeht.
Das sollte man auch nicht – die Geschichte ist zwar gut zum Schmunzeln, aber sehenswert macht den Film insbesondere Sachs’ Liebe zum Detail und die ausgesprochen tollen Darsteller.
Regie: Ira Sachs
Drehbuch: Ira Sachs, Oren Moverman
Darsteller: Chris Cooper, Pierce Brosnan, Patricia Clarkson, Rachel McAdams
Filmstart: 10. Juli 2008
Laufzeit: 90 Minuten
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