Klemperer - Great Conductors (Klemperer dirigiert Brahms, Wagner)
No Country for Old Men
Überragend inszenierter, blutiger und herrlich schwarzhumoriger Thriller, mit dem sich die Coen-Brüder in gewohnter Kultfilm-Manier zurückmelden.
Endlich sind die Coen-Brüder wieder das, was sie einmal waren: zynisch, blutig, komisch und unglaublich cool. Nicht ohne Grund haben viele ihrer Filme längst Kultstatus erreicht. Schade nur, dass von der Genialität der Coens in den letzten Jahren kaum etwas zu spüren war. Nach zwei, für Coen-Niveau enttäuschend seichten Komödien ("Ladykillers", "Ein (un)möglicher Härtefall") hatte man schon Sorge, die Brüder wären nun endgültig verweichlicht. Doch nun melden sie sich mit NO COUTNRY FOR OLD MEN umso wirkungsvoller zurück und versöhnen ihr Publikum mit einem inszenatorischen und wieder gewohnt düster-humorigen Meisterwerk. Die Geschichte, die auf der Romanvorlage von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy basiert, ist schnell erzählt. Mitten in der Wüste, in der wohl gottverlassensten Gegend von Texas, findet Llewelyn Moss (Josh Brolin) bei der Jagd zufällig einen Koffer mit zwei Millionen Dollar - Drogengeld, das man besser nicht so einfach mitnehmen sollte. Es doch zu tun, man ahnt es schon, bedeutet reichlich Blutvergießen. Moss ist von nun an damit beschäftigt, seinen zahlreichen Verfolgern zu entkommen, seine Beute in Sicherheit zu bringen, und seine Haut zu retten. Die größten Schwierigkeiten bereitet ihm dabei zweifellos Anton Chigurh (Javier Bardem), ein Killer und Vorzeige-Psychopath, der sich und seinen Job äußerst ernst nimmt.
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Auch wenn NO COUNTRY FOR OLD MEN an Coen-Klassiker wie „Fargo“ und „The Big Lebowski“ nicht ganz heranreicht, ist er handwerklich ohne Zweifel ein Glanzstück. Die brillante Inszenierung, die großartigen Cinemascope-Bilder und bissigen Dialoge werden nur noch übertroffen von den mehr als überzeugenden Darstellern. Mit Tommy Lee Jones in der Rolle des amtsmüden, desillusionierten Sheriff Bell, Josh Brolin als wortkarger, harter Bursche und Vietnam-Veteran und insbesondere Javier Bardem als prinzipientreuer Psychopath hätten die Coens keine bessere Besetzung finden können.
Allein schon der großartigen Darsteller wegen verzeiht man dann am Ende auch den etwas irritierenden, abrupten Schluss, dem ein langatmiges Nachspiel folgt. Diese kleine dramaturgische Schwäche ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich NO COUNTRY FOR OLD MEN ohne weiteres zur Riege der Coen-Kultfilme zählen kann.
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Darsteller: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson
Filmstart: 29.02.2008
Laufzeit: 122 Minuten
Drama/Thriller
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