Grimms Märchen - Unterhaltung für Groß und Klein
Heute dienen Märchen vor allem als Unterhaltung für Kinder. Ursprünglich wurden sie von den Gebrüdern Grimm jedoch für Erwachsene geschrieben. Deshalb enthalten sie oft detaillierte Beschreibungen von Gewalt.
Die Märchen der Gebrüder Grimm begleiten Eltern und Kinder schon seit einigen Hundert Jahren. Märchen sind ausgedachte Erzählungen ohne einen bestimmten Wahrheitsgehalt. Es gibt mehrere Charaktere, die in einer Geschichte zusammentreffen. Das können Prinzessinnen, Prinzen, Hexen oder auch Bauernleute sein. In jedem Märchen gibt es auch eine böse Seite.
Die Gebrüder Grimm haben ihre Märchen grundsätzlich nicht für Kinder, sondern für Erwachsene geschrieben. Dennoch nehmen sie bei Kindern einen großen Stellenwert ein. Zudem haben Märchen häufig auch eine Lehre, die Eltern dazu nutzen, um ihren Kindern etwas beizubringen. Bei dem Mädchen, was bei sieben Zwergen im Wald wohnt und von seiner Stiefmutter vergiftet wird, liegt die Lehre beispielsweise darin, dass man nichts von Fremden annehmen soll. Nicht alle Fremden meinen es immer gut, einige haben auch eine böse Absicht. Ein weiteres Märchen mit einer deutlichen Lehre handelt von einer Prinzessin, deren goldene Kugel in den Brunnen fällt. Es erscheint ein Frosch, der ihr die Kugel zurückholen möchte. Er verlangt von der Prinzessin, dass er mit ihr an ihrem Tisch sitzen darf und einen Kuss bekommt. Sie verspricht ihm alles, was er möchte, hält sich jedoch nicht daran. Schließlich zwingt ihr Vater sie dazu, ihre Versprechen einzulösen. Die Prinzessin ist darüber wütend und wirft den Frosch gegen die Wand. In dem Moment wird er zu einem schönen Prinzen. Die Lehre aus dieser Geschichte ist, dass man seine Versprechen einhalten und auch hinter die Fassade schauen sollte.
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In den Märchen der Gebrüder Grimm nehmen häufig auch Tiere eine wichtige Rolle ein. Sie helfen den guten Menschen, zeigen ihnen Wege aus der aktuellen Problematik oder erhalten selbst menschliche Eigenschaften. Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte einer Ziegenmutter mit ihren sieben Geißlein. Sie wohnen in einem Haus und sind angezogen wie Menschen. Die Mutter muss allein in die Stadt und erklärt ihren Kindern, dass sie sich vor dem Wolf in Acht nehmen sollen. Die Kinder schließen sich ein und machen alles so, wie ihre Mutter es ihnen gesagt hat. Dennoch wendet der Wolf einen Trick an und verschafft sich so Zutritt zu dem Haus. Er frisst alle Geißen bis auf eines. Schließlich werden die Geißen gerettet von ihrer Mutter. Die Tiere nehmen in dieser Geschichte die Rolle der Menschen ein.
In der ersten Auflage waren die Märchen der Gebrüder Grimm noch sehr grausam. Es wurden Szenen beschrieben, die nicht dafür gedacht waren, Kindern vorgelesen zu werden. Mit den nächsten Auflagen wurden diese Szenen dann gekürzt und besonders grausame Beschreibungen aus den Märchen herausgenommen. Nun konnten sie auch kleineren Kindern vorgelesen werden. Inzwischen werden Märchen auch ein pädagogischer Nutzen zugeschrieben. Allerdings wird empfohlen, nur gereinigte Märchen vorzulesen. Diese gibt es heutzutage in unterschiedlichen Ausführungen. Die Märchen der Gebrüder Grimm wurden als Zeichentrickfilme und als Bücher in besonders gekürzten Formen herausgegeben. Diese Versionen eignen sich durchaus als Lektüre oder Filme für jüngere Kinder. Die ursprünglichen Märchen der Brüder werden teilweise im Deutschunterricht bearbeitet. Allerdings erst in den höheren Klassen, da hier die Grausamkeiten nicht dezimiert wurden. Im Unterricht wird dann der tiefere Sinn aus den Märchen herausgefiltert.
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