Johnossi: All they ever wanted
Alles Gute kommt von oben. Auch wenn es um Musik geht. Seit Jahren exportiert Schweden Bands, die weltweit Erfolg feiern. Wer an dieser Stelle noch immer an Abba und Roxette denkt, hat es nicht läuten gehört - oder hat etwas gegen Indie-Rock.
Aber keine Sorge, um klassischen Indie-Rock geht es hier nicht.Denn so wenig sich die Musikrichtung eingrenzen lässt, so viele Fische mehr schwimmen in der, sagen wir mal, "rockigen, vom Mainstream unabhängigen Schweden-Exportmusik-Welle" mit. Und so lässt sich viel Neues neben Mando Diao und The Hives entdecken. Bezeichnete man ihre Landsmänner als "independent", sollte Johnossi das Etikett "more independent" tragen. Denn wo die fünfköpfigen Kollegenbands leicht eintönig und vorhersehbar klimpern, überraschen John Engelbert und Oskar "Ossi" Bonde mit Melodie-Ellipsen, Tempo- oder Stimmungswechsel; und so weichen sie bisherige Indie-Rock-Skeptiker mit Akkorden auf, die etwa aus dem Blues stammen können. In Johns Stimme schwingt stets eine gewisse Melancholie mit, die aber, wenn wir genau hinhören, keine traurigen Geschichten singt bzw.
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- Rock gemäß - schreit.
Wie bunt die einzelnen Songs sind, so kaleidoskopartig ist das gesamte Album.
Das ist bei der Formel "Schlagzeug plus Gitarre" nicht selbstverständlich.
Rockig, poppig, traurig-schön: Jede Stimmung findet sich auf dem Album und in fast jedem Lied wieder.
Im Vergleich zu ihrem Debütalbum, das nun schon drei Jahre zurückliegt, sind sie lauter und härter geworden.
Nur zu zweit zu spielen, sehen Johnossi zu Recht nicht als Nachteil: "Dass wir ein Duo sind, spielt bei unserer Musik eigentlich keine besonders große Rolle - weswegen wir uns auch gar nicht länger damit aufhalten wollen –, und wir haben das auch noch nie als Beschränkung empfunden." Musikalisch seien sie immer einer Meinung, Streit gebe es nicht, sagen sie.
So einfach, direkt und rund klingen sie auch, die zwei Sandkastenfreunde.
Johnossi: All they ever wanted; ab 28.
März im deutschen Handel;
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