Ackerland verkaufen ist für Bauern schwieriger denn je
BMW braucht es, die Hersteller von Biosprit brauchen es und Häuslebauer sowieso. Die Rede ist vom Grund und Boden. Doch Ackerland verkaufen die Landwirte immer seltener. Schuld daran ist der enorme Nahrungsmittelimport.
Die Landwirtschaft wird immer effizienter. Dies liegt zum einen an den immer neueren, technisch besseren Geräten, die die Landwirte nutzen können. Zum anderen wird das Saatgut immer robuster. Doch das reicht mittlerweile nicht mehr aus, um den Hunger nach gesunden und günstigen Lebensmitteln zu befriedigen.
Auch die Deutschen verbrauchen mehr Lebensmittel als je zuvor. Der Bedarf an Fleisch, Käse oder Getreide ist die letzten fünf Jahrzehnte auf das Vierfache pro Kopf angestiegen. Die erhöhte Nachfrage konnte durch die technische Entwicklung zwar weitgehend kompensiert werden, doch in den letzten zehn Jahren hat selbst die heimische Produktion nicht mehr kostendeckend, geschweige denn gewinnbringend, produzieren können. Der Preisdruck ausländischer Hersteller, die mit ihren Billigprodukten den heimischen Markt mit günstigen Lebensmitteln überschwemmen, ist enorm angestiegen. Zudem werden immer mehr Felder und Wiesen in Deutschland für den Anbau von Energiepflanzen wie Raps, Mais oder Zuckerrüben verwendet.
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Alternative Energien - beziehungsweise Antriebsstoffe - werden staatlich bezuschusst, die klassische Hauptaufgabe der Landwirtschaft, die Lebensmittelproduktion, bleibt jedoch immer mehr auf der Strecke. Pflugland oder Ackerland verkaufen die Bauern daher immer seltener. Die Nachfrage nach billigen Nahrungsmitteln wird bereits zu einem beträchtlichen Teil aus dem Ausland gedeckt. Zudem wird ein Großteil der Ackerböden in Deutschland für Nahrungs- und Futterzwecke verwendet. Die Bauern, die Ackerland verkaufen wollen, sind demnach in einer denkbar schlechten Ausgangsposition. Zum einen sollen sie hochwertige Lebensmittel anbauen, zum anderen verdienen sie mit Kartoffeln, Getreide oder Obst schlicht und einfach zu wenig. Sie können aufgrund des Überflusses an Grundnahrungsmitteln nur noch selten gewinnbringend produzieren. Eine Lösung könnte sein, den Import von jenen Lebensmitteln einzuschränken, die genauso gut in heimischer Produktion hergestellt werden können. Damit würde der deutsche Markt spürbar belebt werden. Und die Landwirte würden es sich dann zweimal überlegen, ob sie wirklich noch kostbare Anbauflächen, sprich ihr Ackerland, verkaufen möchten.
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