Nach einem Tag auf dem Rad: Darßer Haustüren ansehen

Bauernhöfe prägten früher das Gesicht von Fischland-Darß-Zingst. Heute beherrscht der Tourismus die Halbinsel. Eine Attraktion für die vielen Gäste sind auch alten Häuser mit ihren berühmten Darßer Haustüren.


Nach einer bäuerlichen Vergangenheit hat sich Fischland-Darß-Zingst in den vergangenen Jahrzehnten zu einem beliebten Urlaubsziel entwickelt. Die sanfte Landschaft der Halbinsel an der südlichen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns lädt vor allem Familien mit Kindern zu geruhsamen Ferien ein. Man wird die Tage gern bei langen Wald- oder Strandwanderungen verbringen – oder auf dem Fahrrad. Autos sind tabu. Reisende erreichen ihr Ziel bequem mit der Usedomer Bäderbahn, die in kurzem Takt ab Stralsund verkehrt, und nach der Ankunft bewegt man sich entweder zu Fuß oder per Fahrrad, das man in allen Ferienorten mieten kann.

Während eines Tages auf dem Rad lohnt sich eine Besichtigung der berühmten Darßer Haustüren als Zwischenstopp oder als schöner Abschluss. Menschen, Haustiere und Vorräte waren in der Vergangenheit in den niederdeutschen Hallenhäusern auf der Halbinsel versammelt. Spätere Generationen, die sich von der Landwirtschaft ab- und dem Schiffbau und der Seefahrt zuwandten, bauten anders. Und sie widmeten sich den Haustüren mit ganz besonderer Aufmerksamkeit und schmückten sie kunstvoll. Diese Verzierungen überbrachten dem Betrachter mit ihren Symbolen besondere Botschaften. So signalisiert ein Lebensbaum an vielen Darßer Haustüren dem Eintretenden, dass er hier auf Menschen mit ausgeprägter Lebensenergie treffen wird, während ein Anker die Verbundenheit zur Seefahrt unterstreicht.

Der Darß ist der weitgehend unter Naturschutz stehende mittlere Teil der Halbinsel. Ferienhäuser und Ferienwohnungen, oft von Privatleuten vermietet, nehmen die meisten Gäste auf. Andere, die immer wieder kommen, haben ihre Stammquartiere auf einem der Campingplätze gefunden. Die kleineren Hotels und die Privatpensionen müssen nur gegen ein größeres Haus in Prerow konkurrieren. Aber wo immer auf dem Darß man sich sein Domizil sucht, ob in Born, Prerow oder Wieck oder im teilweise zum Darß, teilweise zum Fischland gehörenden Künstlerdorf Ahrenshoop: Alle Orte sind Kurorte. Das hat den Vorteil, dass sie auch die Ruhe von Kurorten verheißen, und den Nachteil, dass sie ihre Gäste mit einer Kurtaxe belasten.