Kontokorrent als kurzfristige Fremdfinanzierung
Wenn sich die Notwendigkeit einer kurzfristigen Finanzierung ergibt, sollte man den Kontokorrentkredit in Betracht ziehen. Er ist ohne bürokratische Hürden jederzeit schnell verfügbar.
Ein wichtiges Thema bei der Finanzierung ist die Liquidität. Sie beschreibt, ob eine natürliche Person oder eine juristische in der Lage ist, den kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Bei jeder Art der Finanzierungsplanung muss also sichergestellt werden, dass offene Rechnungen rechtzeitig beglichen werden können und es nicht zu Zahlungsschwierigkeiten kommt. Damit die Liquidität gewährleistet ist, müssen Finanzierungspläne entsprechend detailliert ausgearbeitet werden. Es existieren jedoch auch Liquiditätslagen, die sich im Voraus nur schwer berechnen lassen.
Häufig ist es so, dass sich ungeplante Mittelabflüsse ergeben, die nicht Teil der Liquiditätsplanung sein konnten. Bei Unternehmen können dieses zum Beispiel plötzlich auftretende Umsatzeinbrüche sein oder bei Privatpersonen Ersatzinvestitionen in den Haushalt. Solche wirtschaftlichen Situationen machen es notwendig, dass kurzfristige Mittel zur Verfügung stehen. Es gibt eine ganze Reihe von Finanzierungsarten, die einem in solchen Situationen helfen können und auf die man schnellen Zugriff hat. Wichtig hierbei ist es, dass die Finanzierung unbürokratisch erfolgen kann, d. h., dass die Verträge, auf denen die Mittelflüsse basieren, bereits in der Vergangenheit abgeschlossen worden sind. Die am weitesten verbreitete Finanzierung dieser Art ist der Kontokorrentkredit.
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Der Kontokorrentkredit ist besser bekannt unter der einfachen Bezeichnung Überziehungskredit. Wenn Privatpersonen oder Unternehmen ein Girokonto einrichten und eine positive Kontoführung über einen gewissen Zeitraum aufzuweisen haben, werden ihnen von den Kreditinstituten Überziehungsspielräume eingeräumt. Diese Kreditlinien können automatisch bereitgestellt werden oder werden freigeschaltet nach einem Gespräch mit einem Bankberater. Es handelt sich hierbei im Prinzip um das Recht, in der Zukunft einen Kredit in Anspruch nehmen zu können ohne weitere Absprache. Es ist gerade diese Unkompliziertheit des Kontokorrentkredits, der ihn bei vielen Wirtschaftssubjekten beliebt macht. Er ist auf ideale Art und Weise geeignet, Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Man verpflichtet sich als Kreditnehmer dabei nicht dazu, den Kredit zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzuzahlen. Anders als bei klassischen Krediten gibt es beim Überziehungskredit keine Laufzeit: Er wird letztendlich über die Lebensdauer des Girokontos gewährt. Dennoch muss gesagt werden, dass die Banken sich die Einzahlungen auf ein Konto, das seine Kreditlinie ausnutzt, genau ansehen werden.
Die Überziehungskredite basieren nämlich auf einem ganz genauen Finanzierungskalkül der Kreditinstitute. Es wird davon ausgegangen, dass der Kunde sein Konto nur für kurze Zeit überziehen wird, auch wenn die Überziehung regelmäßig erfolgen sollte. Es sollten deshalb ebenfalls regelmäßig Ausgleichszahlungen auf das Konto erfolgen, damit nicht von einem Default, also einem baldigen Ausfall des Kunden bzw. dessen Kredites ausgegangen werden muss. Hieraus ergibt sich auch, dass der Kontokorrentkredit als langfristige Finanzierung ungeeignet ist. Auch die Zinsen sind bei anderen, langfristigen Finanzierungsformen deutlich günstiger, weshalb von einer dauerhaften Überziehung abgesehen werden sollte. Diese Tatsache wird von vielen Kunden leider übersehen und sie belassen das Konto dauerhaft im Minus.
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