Geheimtipp Steuerparadies — was steckt genau dahinter?

Ein Steuerparadies gilt als Muss für jeden, der etwas mehr auf dem Konto zu liegen hat. Bankgeheimnis und Steuerfreiheit sind da die Stichworte. Doch ist nicht immer alles ganz so einfach, wie es scheint.

 

Das Thema Steuerparadies ist aus den öffentlichen Medien und der oberen Gesellschaftsschicht nicht mehr wegzudenken. Einerseits wird von den Vorteilen dieser Staaten geschwärmt, in denen das eigene Geld offensichtlich nirgends besser aufgehoben werden kann, andererseits wird es nicht selten mit rechtlichen Problemen in Verbindung gebracht. Es liegt demzufolge die Vermutung nahe, dass es sich in jedem Fall lohnen kann, eine Geldanlage in einem Steuerparadies in Erwägung zu ziehen, wobei allerdings doch einige juristische Aspekte zu klären sind.

Singapur, Zypern, Insel Jersey, Kanarische Insel, Monaco und Liechtenstein — sind nur wenige der Orte, die zu nennen sind als Paradies oder auch Oase für Steuern. Doch warum sind diese dafür prädestiniert, als "Zufluchtsstätte" der Millionäre zu gelten? Die Antwort ist simpel: Innerhalb unseres Landes werden für ein hohes Einkommen und hohe Vermögenswerte Steuerzahlungen in nicht unbeachtlicher Höhe fällig. Dies führt zu Unmut und verstärkt den Wunsch nach einer Geldanlage mit geringerer Steuerbelastung. Dafür bieten sich einige Staaten auf der Erde an, in denen nur geringe Abgaben anfallen oder sogar Steuerfreiheit besteht. Die dort ansässigen Geldinstitute führen ihre Konten unter dem Bankgeheimnis: Das Konto wird anonym geführt — wie man es auch vom "Schweizer Nummernkonto" kennt. Auch Unternehmen nutzen gerne diese Möglichkeit und melden ihren Sitz offiziell in einer der Steueroasen an, um so Steuern sparen zu können.

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Wenn die Umgehung von Steuern allerdings so einfach wäre, würde es wohl von mehr Personen genutzt werden. Daran kann allerdings ein Land mit einem Steuergesetz kein Interesse haben. Daher gilt es als Missbrauch, wenn man sein Vermögen über ein Konto in einem anderen Staat führt, der nicht der hauptsächliche Wohn- oder Geschäftssitz ist und dazu keine Angaben beim zuständigen heimischen Finanzamt macht. Wird man dabei erwischt, so gilt dies als Straftat im Sinne einer Steuerhinterziehung. Wer also mit rechtlicher Unbedenklichkeit Steuern sparen möchte, der muss sich auch den Großteil des Jahres tatsächlich in dem Land aufhalten, das er für sich als Steuerparadies gewählt hat.

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