Datenvernichtung: Datenschutz und Privatsphäre
Mit Maßnahmen der Datenvernichtung werden Datenträger mithilfe von Software so bearbeitet, dass ehemals auf ihnen gespeicherte Daten gelöscht werden und möglichst nicht mehr rekonstruierbar sind.
Wenn Daten von einem Datenträger mit einfachen systemeigenen Löschbefehlen gelöscht werden, entsteht zwar neuer Speicherplatz, der genutzt werden kann, die gelöschten Dateien sind aber tatsächlich noch vorhanden und eine Rekonstruktion ist im Nachhinein mit mehr oder weniger einfachen Mitteln möglich. Diese Problematik betrifft nicht nur die Festplatten von Computern, auch die Speicherkarten von Digitalkameras oder die auf einem Mobiltelefon gespeicherten Bilder und Klingeltöne etc. sind vor einer potenziellen Rekonstruktion nicht sicher.
Will man also beispielsweise eine Digitalkamera verkaufen, auf der private Fotos zu sehen sind, reicht es, wenn man sicher gehen will, nicht aus, den Speicher am PC zu löschen. Vielmehr sind dazu verschiedene Tools nötig, die die Daten zusätzlich auch noch überschreiben. Dabei werden die als bereits gelöscht gekennzeichneten Daten mit verschiedenen Bitmustern überschrieben. Dies macht es in der Regel unmöglich, Daten wiederherzustellen.
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Software zur Datenvernichtung wird mittlerweile auch als Freeware angeboten, die sich verschiedenster Methoden bedient. Bei der Löschung, beziehungsweise Überschreibung großer Datenmengen muss zum Teil viel Zeit eingerechnet werden, weil mehrere Durchgänge nötig sind. Aber unabhängig vom gewählten Tool oder der Anzahl der Durchgänge: Eine Rekonstruktion der Ursprungsdatei kann auch in diesem Falle möglich sein. Problematisch ist das Verfahren deshalb, weil der Computer häufig Kopien in temporären oder der Löschung nicht zugänglichen Verzeichnissen speichert. Diese werden nicht bearbeitet und stellen somit ein Sicherheitsrisiko dar. Je nach Sicherheitsstufe und Vertraulichkeit der Daten bietet sich also die Löschung des gesamten Datenträgers an, da so das beschriebene Sicherheitsrisiko gemindert wird.
Physikalisch lassen sich Datenträger auch vernichten. Dabei wird die Festplatte geschreddert oder auf über 600 Grad Celsius erhitzt und eingeschmolzen. Soll die Datenvernichtung erfolgreich sein, muss beim Schreddern darauf geachtet werden, dass die zurückbleibenden Partikel kleiner als 300 Quadratmillimeter sind. Ansonsten ist eine Rekonstruktion nicht ausgeschlossen.
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