Medikamenten-Tester: Im Nebenjob Geld verdienen

Als Medikamenten-Tester kann man sich Geld dazuverdienen, und sich zudem in den Dienst der Forschung stellen. Doch die Gefahren, die solch ein Nebenjob mit sich bringt, sollte man nicht unterschätzen.


Bevor ein neues Medikament in Deutschland auf den Markt kommen kann, muss es von einer bestimmten Bundesbehörde zugelassen werden. Der Hersteller muss beweisen, dass sein Mittel zum einen natürlich therapeutisch wirksam ist und zum anderen auch frei von jeglichen gefährlichen Nebenwirkungen. Dieser Nachweis wird nach Tierversuchen und anderen Untersuchungen und Prüfungen in klinischen Studien, die in der Regel in vier Phasen ablaufen, direkt am Menschen erbracht. Um diese Studien durchführen zu können, werden Medikamenten-Tester eingesetzt. Häufig melden sich vor allem Studenten für diesen Nebenjob an. Die Verdienstaussichten sind sehr gut, da man häufig bis zu 300 Euro pro Tag bekommt. In der Regel dauern diese Studien etwa zehn Tage.

Als Medikamenten-Tester dürfen generell nur gesunde Menschen arbeiten. Deswegen wird die entsprechende Person vorab einer Reihe von Tests unterzogen, die den Gesundheitszustand überprüfen. In der ersten Phase des Medikamenten-Tests wird zunächst überprüft, wie der menschliche Organismus auf eine ganz geringe Menge des neuen Mittels reagiert. Es wird geschaut, wie das Mittel aufgenommen wird, wie es verteilt, umgewandelt und schließlich wieder ausgeschieden wird. Dies muss mit ständigen Probeentnahmen nachgewiesen werden. Generell müssen sich Medikamenten-Tester an strikte Anweisungen halten und zum Beispiel in den gesamten Testphasen keinen Alkohol trinken.

In der zweiten Phase des Tests wird das Mittel nun am erkrankten Menschen getestet. Dazu werden rund 100 bis 500 Probanden benötigt. An ihnen werden die Verträglichkeit, die Wirksamkeit und die optimale Dosierung überprüft. In der dritten Phase werden dann mehrere Tausend Freiwillige in die Tests einbezogen. Hierbei ist es üblich, mit einer Placebo-Testgruppe zu arbeiten. Das heißt, dass zum Beispiel eine Hälfte der Gruppe das normale Mittel bekommt, während die andere Hälfte ein Präparat ohne Wirkstoff (ein sogenanntes Placebo) verabreicht bekommt. Die Tests sind erst in einer vierten Phase abgeschlossen, wenn auch sehr seltene Nebenwirkungen identifiziert werden konnten. Dazu werden mehrere Hunderttausend Patienten benötigt.