Häufig bestehen große Firmen aus vielen verschiedenen Abteilungen und Untersystemen. Eine systemische Unternehmensberatung kann dabei helfen, die Organisation als Ganzes in den Griff zu bekommen.
Bei großen Firmen kann es vorkommen, dass eine externe Unternehmensberatung eingespannt wird, um die internen Abläufe zu überprüfen und zu verbessern. Eine Methode, die oft angewandt wird, ist die sogenannte systemische Organisationsentwicklung oder -beratung. Dabei gehen Unternehmensberater von der Familientherapie aus, in der ein ähnliches Konzept verwendet wird, und versuchen, dieses auf eine große und vielschichtige Organisation zu übertragen. Der Kernpunkt der systemischen Beratung ist die Erkenntnis, dass sich komplexe Aufgabenstellungen und Probleme nicht lösen lassen, wenn das Augenmerk nur auf ein bestimmtes Element gerichtet wird. Dabei soll die Lösung der Probleme hauptsächlich aus dem Inneren der Organisation selbst kommen. Die Mitarbeiter gelten als Experten, da sie ähnlich wie Familienmitglieder ihre spezifischen Probleme besser kennen als andere Menschen. Die Aufgabe des Unternehmensberaters konzentriert sich vor allem auf das begleitende Coaching. Ebenso kann eine externe Person hilfreiche Anregungen geben und neue Fragestellungen aufdecken.
Ein wesentliches Merkmal der systemischen Beratung ist der Fokus auf die Veränderung. Daher wird häufig auch von der Organisationsentwicklung gesprochen. Theoretisch wird davon ausgegangen, dass die Lösung des Problems im System selbst liegt, daher müssen sich einzelne Teile dieses Systems verändern. Dabei kann es sich um verschiedene Einzelfaktoren handeln, wie beispielsweise die beteiligten Personen, deren subjektiven Deutungen, oder die eingeführten Verhaltensregeln im System. Aus diesen Verhaltensregeln können sich gemeinsame Deutungen entwickeln, die sich ebenfalls verändern können. Wichtig kann ebenfalls die Veränderung von Interaktionsstrukturen sein, beispielsweise kann eine flachere Hierarchie eingebaut werden. Probleme können nicht nur aus einem System selbst entstehen, sondern auch aus einer spezifischen Umwelt. Dabei muss jedoch das System versuchen, diese Umwelt zu verändern oder sich daran anzupassen. Eine letzte Veränderungsmöglichkeit bezieht sich auf zukünftige Entwicklungen eines Unternehmens oder die Entwicklungsgeschwindigkeit. Dieser Faktor wird häufig von der Unternehmensleitung als Gesamtstrategie vorgegeben und kann daher nur von oben verändert werden. Wichtig bei einer Organisationsentwicklung ist meist das Zusammenarbeiten aller Mitarbeiter, um das Problem effektiv zu lösen.
Ein erster Schritt, um bestimmte Aufgaben in einem Unternehmen besser zu bewältigen oder Probleme zu lösen, kann die Beauftragung eines externen Beraters sein. Entsprechende Fachleute können das Konzept der systemischen Entwicklung näher erklären und dabei helfen, die Strukturen in Richtung einer Problemlösung zu verändern. Wichtig ist in jedem Fall eine genaue Definition der Aufgabenstellung oder dem, was nicht richtig läuft. Wenn ein Fehler erkannt wird, kann häufig an einer passenden Stelle im System angesetzt und eine Veränderung durchgeführt werden. Wird das Problem nicht direkt offenbart, können Unternehmensberater auch eine Analyse durchführen und eine Veränderung von bestimmten Faktoren vorschlagen.
