Als Nordeuropäer gebräunte Haut durch das Jahr zu tragen hat in etwa den Attraktivitätsfaktor von Kettenrauchen. In wenigen Jahren, vermeldet mein StyleOrakel, hängt diesen Angewohnheiten der Ruch des Unterschichten-Phänomens an. Mit anderen Worten: Hohe SPF-Zahlen, Pseudo-Bräune und Sonnenschirme liegen ungefähr gleichauf im Trend mit Nikotinkaugummis. Ich persönlich höre lieber das Rauchen auf (erledigt) und greife zu den hohen SP-Faktoren, weil ich viel zu viel zu tun habe, um Selbstbräuner vorschriftsmäßig aufzutragen. Fleckige Hautzonen sind im Vergleich mit Bronzing Powder sowieso unvorteilhaft, zumal es von letzteren nun wirklich sehr schöne und mehr denn je zu kaufen gibt. Nach dem fantastischen Tom-Ford-für-Estee-Lauder-Bronzer aus dem vergangenen Sommer ist diese Saison Chanels „Soleil Tan“ Favorit. Weil es sich so elegant benimmt, wie es sich für ein Chanel-Produkt gehört, und weil er mit Fernweh reizt: Man klappt den Deckel auf und meint, über die Wellen des Puders die flirrende Hitze eines Wüstenwindes streichen zu sehen. Eine kosmetische Autosuggestion, die in einer Klimazone wie der Hamburgs hervorragend funktioniert. Man fühlt sich gleich ein bisschen weniger „im Büro“
Soleil Tan De Chanel, 42 Euro
