Hyaluronsäure - und die Falte macht Pause
Die wichtigsten Basisinformationen zum meist verbreiteten Anti-Aging-Wirkstoff in der ästhetischen Medizin
Laut einer Meldung im Spetember 2007 des größten Fachärzteverbands GÄCD wurden in Deutschland 2006 81307 Faltenbehandlungen registriert. Davon entfielen die Hälfte auf Faltenbehandlungen mit Fillermaterialien. Aktuell führende Substanz ist dank ihrer hohen Verträglichkeit und Abbaubarkeit Hyaluronsäure.
Dieser gelartige, abbaubare Filler (Bioimplantat) ist identisch mit der körpereigenen Hyaluronsäure und wird aus verschiedenen Materialien hergestellt, am häufigsten synthetisch statt aus Hahnenkämmen. Hyaluronsäure und ihre Derivate glätten tiefe Falten wie die Nasolabialfalte, bauen Lippen auf und werden neuerdings als eine Art unter die Haut eingebrachtes „Feuchtigkeitsdepot“ flächig zur optischen Verjüngung größerer Gesichtsbereiche eingesetzt. Je nach Material, Marke, Darreichungsform und individuellem Stoffwechsel baut sich Hyaluronsäure mehr oder weniger schnell ab; angegeben werden Zeiträume zwischen 4 und sogar 12 Monaten, wobei Nikotin ebenso wie Sonneneinfluß den Hyaluronsäurespiegel nachweislich negativ beeinflusst. Auch Magnesium-Mangel ist Untersuchungsgegenstand im Zusammenhang mit einem beschleunigten Abbau von Hyaluronsäure.
Hyaluronsäure ist unter der Haut tastbar, bei erfahrener Einspritzung aber nicht oberflächlich sichtbar. Sehr selten kommt es dazu, dass kleine Knötchen oder Kügelchen in der Haut bleiben und vernarben. Blutergüsse sind möglich, und ein Allergierisiko kann nie ganz ausgeschlossen werden.
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Welche Hyaluronsäure (z. B. ob vernetzt und unvernetzt) für welchen Anwendungszweck verwendet wird, muss mit dem behandelnden Facharzt besprochen werden. Dieser sollte Mitglied der wichtigsten Fachverbände sein (zum Beispiel DGÄPC, VDÄPC, DGPRÄC, GÄCD). Für die notwendige lokale Betäubung ist Schmerzempfindlichen sowie bei größeren Einsätzen eine Creme dringend anzuraten, auf die zum Zwecke der Wirksamkeit eine abdeckende Folie gelegt wird. Speziell Unterspritzungen, die in die oberen Hautschichten zielen (wie Restylane Vital und andere flächig injizierte Materialien), reicht die Verwendung eines Gels nicht aus. Bis zur Wirkung der Betäubung können 30 Minuten vergehen.
Der Eingriff selbst dauert je nach Umfang der Behandlung und gewünschtem Effekt ca. 15 bis 30 Minuten. Die injizierte Hyaluronsäure wird in die richtige Position massiert und abschließend eine spezielle Creme zur besseren Heilung aufgetragen. Die Haut ist sofort sichtbar glatter, voluminöser. Weil mögliche Schwellungen erst nach ein bis zwei Tagen abklingen, empfiehlt sich eine Behandlung vor dem Wochenende. Als so genannte Mittagspausen-Eingriffe können höchstens leichte Nachbehandlungen sowie Botox-Injektionen gelten.
Ein vollständiges Korrekturergebnis erfordert häufig eine Nachspritzung nach 1-2 Wochen. Um den erzielten Effekt sicher beizubehalten, empfiehlt sich die Auffrischung nach 6-12 Monaten. Mimik, Sonne und Alterungsprozesse arbeiten in dieser Zeit daran, dass die Falten wieder sichtbarer werden.
Literatur: Dr. med. Harald Bresser, „Jung – für immer“, Hirzel-Verlag, 2000 ISBN 3-7776-1027-5
