Nach dem Frost: beste Gelegenheit zum Baum schneiden

Sobald die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen, ist es soweit: In den Gärten werden Astscheren und Sägen zum Baum schneiden bereit gelegt. Auch der Hobbygärtner braucht sich davor nicht zu scheuen.

 

Auch wenn Bäume nicht nur in der kalten Jahreszeit geschnitten werden können, hat der Winterschnitt den Vorteil, dass die Bäume kein Laub tragen und die Arbeit somit übersichtlicher wird. Aber warum sollte man Bäume überhaupt verschneiden? Auch wenn in der Natur keine menschliche Einmischung benötigt wird, so sorgt das Baum schneiden nicht nur für eine schöne Kronenform sondern auch für größere Erträge bei Obstgehölzen. Der Gärtner unterscheidet fünf verschiedene Schnittarten: Den Pflanzschnitt, den Erziehungsschnitt, den Instandhaltungs-, bzw. Ertragsschnitt, den Auslichtungsschnitt und den Verjüngungsschnitt.

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Zunächst einmal sollte man die drei Regeln des Baumwuchses kennen. Regel 1 besagt, dass der Baum an den am höchsten gelegenen Knospen die stärkste Wuchskraft entwickelt. Regel 2 erklärt, dass der Neuaustrieb umso stärker ist, je stärker der Rückschnitt ist. Regel 3 erklärt, dass Obstbäume nicht überall Fruchtknospen bilden, sondern nur im Fruchtholz, das sich aus waagerecht oder mäßig geneigt wachsenden Trieben bildet.

Mit diesen Grundlagen geht es nun ans Baum schneiden. Zunächst betrachtet man den Baum aus einiger Entfernung. Dadurch sieht man schon ganz gut, welche Äste entfernt werden sollten, z. B. abgestorbene oder kranke Teile. Sinnvoll ist auch, die nach innen wachsenden Äste abzuschneiden, da sie wenig Licht bekommen und keine Früchte tragen. Entfernen Sie auch die Wasserschoße (senkrecht wachsende Triebe) direkt an der Basis. Bei eng beieinander liegenden Ästen verbleibt der stärkere Ast am Baum. Der fertig geschnittene Baum sollte eine gleichmäßige Form haben, wie beispielsweise eine Pyramiden- oder Kugelform. Beim Kürzen von Trieben wird auf ein Auge geschnitten, was bedeutet, dass der Schnitt etwa einen halben Zentimeter über dem Auge angebracht wird. Mit dem Schnitt kann man Triebe auch ableiten, das heißt, man bestimmt mit dem Schnitt die Wuchsrichtung des Astes. Wenn auf ein Auge geschnitten wird, treibt dieses in die Richtung, auf die es zeigt. Um ein Eindringen von Krankheitserregern zu vermeiden, sind nach dem Baum schneiden alle Wunden mit dem Verschlussmittel zu behandeln.

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