Der Standbriefkasten kommt immer mehr in Mode

Betritt man heute ein Privatgrundstück, fällt auf, dass der einfache Blechbriefkasten, kantig und schmucklos, gegen einen Standbriefkasten, oft vom Designer oder Antiquitätenhändler, ausgetauscht wurde.

 

Schon in der Antike gab es ein geordnetes Nachrichtenwesen mit Schriftstücken. Diese Botschaften wurden per Bote, durch Reisende oder Kaufleute übermittelt, ein System, welches sich über viele Jahrhunderte hielt. Seefahrer hatten ihr eigene Methode, eine Art Briefkasten: Sie legten Nachrichten in den Häfen unter Steine und hofften, dass andere Seeleute diese transportieren würden. 1633 gab es den ersten belegten Briefkasten in Liegnitz, Hamburg stellte bereits 1641 eine ganze Reihe hölzerner Briefkästen für verschiedene Bestimmungsorte im Posthaus auf, im Jahre 1653 erhielt der Hofrat Jean-Jacques Renouard de Villayer in Paris das Recht die Stadtpost zu befördern, die ersten Briefkästen in England gab es im Jahr 1809. Eine großflächige Verteilung von Postkästen in Deutschland gibt es erstmals seit der französischen Besetzung des Rheinlandes (1795 bis 1813), 1824 folgten Preußen, 1830 das Königreich Württemberg und danach, trotz Sicherheitsbedenken, das Königreich Bayern. Allerdings gab es dort die ersten Außenbriefkästen erst ab 1845. Ursprünglich steckte man die Briefe in Holzkästen, danach wurde der Postkasten aus Gusseisen gefertigt. Der seit 1960 von der Post verwendete hängende Briefkasten wie auch der der Standbriefkasten wird aus Kunststoff herstellt.

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Für den privaten Haushalt wird im Handel eine Vielzahl der unterschiedlichsten Briefkästen angeboten. Da gibt es den Sicherheits-Briefkasten oder Designer-Briefkasten aus Edelstahl, den antiken Briefkasten und den typischen Standbriefkasten aus den USA, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – den Preisen auch nicht. Je nach Material, Verarbeitung und Gestaltung kann der Preis von solch einem Objekt schnell bei einigen hundert Euro liegen.

Immer häufiger sieht man bei Privatgrundstücken oder Höfen den amerikanischen Standbriefkasten in Tiergestalt, den klassischen englischen Briefkasten, rund und rot, bemalte alte Milchkannen, antike Stücke oder auch Designer-Kästen, deren Funktion nur noch schwer erkennbar ist. Briefkästen sind teilweise zum Prestigeobjekt geworden, mit welchen der Eigentümer seine Individualität dem Gast schon beim Betreten des Grundstückes zeigt.

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